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Thorium Reaktor - AKW - Flüssigsalzreaktor: Alte Lügen - Neu verpackt / Kleine, neue, "grüne" AKW und die Atombombe in Nordkorea

05.09.2017

Thorium Reaktor - AKW - Flüssigsalzreaktor: Alte Lügen - Neu verpackt / "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?"
Kleine, neue, "grüne" AKW und die Atombombe in Nordkorea



Die internationale Atomlobby war nach den vielen Opfern der "zivilen" Nutzung der Atomkraft, nach Fukushima und Tschernobyl für kurze Zeit ein wenig in Deckung gegangen. Aufgegeben hat sie nicht. Das globale atomare Dorf, die alten mächtigen Seilschaften aus Konzernen, Lobbyisten und Atomparteien funktionieren noch. Es werden zwar viel mehr alte AKW stillgelegt, doch in Diktaturen, Halbdiktaturen und in Ländern in denen der Markt nicht funktioniert werden immer noch AKW gebaut.

Aktueller Einschub:


Nordkorea: Mit kleinen AKW zur Atombombe
In den aktuellen PR-Kampagnen für kleine, "grüne", neue AKW wird ein Aspekt gerne ausgeklammert. Wir kam Nordkorea zu seinen Atombomben?

1962 beschloss die Regierung Nordkoreas, bei Yŏngbyŏn ein Atomforschungszentrum einzurichten. 1965 errichtete Nordkorea in Yŏngbyŏn mit sowjetischer Hilfe einen Forschungsreaktor mit 2 Megawatt Leistung. Er ging 1967 in Betrieb. Zugleich begann Pjöngjang mit dem Bau eines eigenen, kleinen, zweiten Reaktors mit einer Leistung von fünf Megawatt. Der Reaktor kann nach Schätzungen pro Jahr bis zu acht Kilogramm Plutonium erzeugen."Yongbyon ist Nordkoreas einzige Anlage zur Produktion von Plutonium für sein Atomwaffenprogramm. Zum Zeitpunkt der Abschaltung 2007 hatte Nordkorea noch genügend Plutonium für vier bis acht Atombomben." schrieb die Süddeutsche Zeitung. Inzwischen sei die Anlage laut verschiedenen Medienberichten wieder in Betrieb und könne so weiter atomwaffenfähiges Plutonium produzieren.

Auch wenn sich die Atom-Technik unterscheidet. Atomkraftwerke sind Diktators Liebling... Kein Wunder, dass aktuell unter anderem in der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten neue AKW gebaut werden bzw. in Planung sind. Und der Alptraum der nordkoreanischen Atombewaffnung würde durch den weltweiten Export von "schönen, kleinen Thoriumreaktoren" in´s Unendliche vergrößert.


Der ARTE / NDR - Film "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?"
vom 20.9.16 erinnert nicht nur von der Machart an den alten, gut gemachten Propagandafilm aus dem Jahr 1953 "Unser Freund das Atom" von Walt Disney. "Unser Freund das Atom" ist sauber, risikolos, unendlich vorhanden und es wird die endliche und schmutzige Energie aus Kohle und Öl ersetzen, war die Botschaft des alten Disney-Films und der neue ARTE Film von 2016 überträgt die damalige Heilsbotschaft auf den "zukünftigen" Hoffnungsträger der Atomindustrie, auf den Flüssigsalzreaktor, den Molten Salt Reactor. Der Film ist Teil einer groß angelegten, teuren Werbekampagne für Atomkraft.
Produktplatzierung (engl. product placement), gezielte, verdeckte Produktwerbung ist in öffentlich rechtlichen Medien eigentlich verpönt. Im ARTE-Film "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?" war tatsächlich keine Werbung versteckt. Der Film selber war ein einziger Werbespot, nur der Hinweis zu "Risiken und Nebenwirkungen" des beworbenen Produktes fehlte. Es wäre falsch, "ausgewogene" Filme zu fordern. Doch wenn wichtige Aspekte fehlen und eine Hochrisikotechnologie mit vorgeschobenen Öko-Argumenten schöngefilmt wird, dann ist das Greenwash. Peinlich, dass auch die ARD den Film noch ausstrahlen wird.

Kleine und kleinste "umweltfreundliche & grüne" Thorium-Atomkraftwerke
sollen zukünftig überall auf der Welt gebaut werden und die Forschung wird mit EU-Geldern gefördert. Aus dem alten, großen Druck- und Siedewasser-Reaktor würden unzählige Klein- und Kleinstreaktoren... Ein zentrales Risiko der vielen, neuen, kleinen Dual Fluid Reaktoren wurde bei ARTE gezielt ausgeklammert. In jedem dieser Mini-Reaktoren entsteht die Radioakivität vieler Hiroshima-Bomben. Ein Unfall oder ein Anschlag auf ein Kleinst-AKW könnte eine Stadt unbewohnbar machen. Viele kleine Reaktoren sind viele kleine, zwangsläufig schlecht gesicherte, potentielle Anschlagsziele. Wenn heute in Syrien und im Irak diese neuen AKW stünden, dann könnte der IS schmutzige Bomben bauen. Auch für die heutigen und zukünftigen Diktatoren der Welt brächte die Möglichkeit, "schmutzige Bomben" zu bauen einen "nordkoreanischen Machtzuwachs".

Die Idee der Verbreitung von vielen kleinen & großen AKW auf der Welt ist ein globales Selbstmordprogramm und ein atomarer Alptraum, passt allerdings auch gut ins zerstörerische Zeitalter des Anthropozän..

Für Atomterrorismus (nicht nur für Mini-AKW) gibt es vier denkbare Wege:
  • 1. Aus spaltbarem Material (Plutonium-239, hochangereichertem Uran-235, aber auch aus Thorium...) könnte ein nuklearer Sprengkörper einfachster Technologie gebaut werden.
  • 2. Verwendung einer (gestohlenen) Atombombe aus Beständen regulärer Armeen.
  • 3. Radioaktives Material kann mit Hilfe einer geeigneten technischen Vorrichtung in der Umwelt verbreitet werden, um eine radioaktive Verseuchung zu schaffen. (Schmutzige Bombe)
  • 4. Direkter Angriff auf ein Atomkraftwerk, ein Thorium-AKW einen EPR, einen Castortransport, eine Wiederaufarbeitungsanlage oder auf eine sonstige Atomanlage

Zehntausende Flüssigsalzreaktoren in allen Ländern der Welt wären insbesondere angesichts der Punkte 1, 3 und 4 eine unglaubliche Gefahr.

Thorium, Protactinium und Atombombenbau
Die Zeitschrift Nature beschreibt im Beitrag "Thorium fuel has risks" sehr genau eines der großen Thorium Probleme:

"....Die Abscheidung von Protactinium aus Thorium ist kein verfahrenstechnisches Neuland.... Beide Verfahren sind mit Standard-Kernforschungsausrüstung und in sogenannten "Heißen Zellen" durchführbar. Ein solches Equipment unterliegt nicht zwingend einer Beaufsichtigung durch die IAEO..... 8 Kilogramm (waffenfähiges) Uran 233 können aus 1,6 Tonnen Thorium innerhalb eines Jahres hergestellt werden, die IAEO rechnet, dass diese Menge Uran für den Bau einer Nuklearwaffe genügt..."

Zusammengefasst geben also drei Punkte Anlass zur Sorge:
  • Erstens lassen sich Technologien zur Energiegewinnung, bei denen Thorium über einen längeren Zeitraum bestrahlt wird, dazu nutzen, um im Geheimen Protactinium abzuzweigen. Dessen Aufarbeitung könnte in kleinen Anlagen nach und nach erfolgen, ohne dass die IAEO zwangsläufig darauf aufmerksam werden müsste.
  • Zweitens lässt sich die zur Protactinium-Extraktion nötige Infrastruktur leicht erwerben und in einem unverdächtigen Labor unterbringen.
  • Und drittens ist die Technologie besonders für Staaten interessant, die in Besitz von Atombomben kommen wollen. Zitatende


Thorium-Bombe?
Schon im zweiten Weltkrieg, als in Hiroshima und Nagasaki die Atombomben abgeworfen wurden, gab es auch die Überlegung Thorium-Bomben zu bauen:

«Wenn man noch eine Thorium-Bombe gebaut haben würde, hätte man die auch gezündet», ist der Historiker und Oppenheimer-Biograf Martin Sherwin überzeugt. "Hätte es noch eine Thorium-Bombe gegeben, wären drei gefallen." sagte der Historiker Peter Kuznick von der Washingtoner American University.

Umweltbelastend, krank machend und sogar tödlich
sind die Folgen der Thoriumgewinnung und der atomaren Aufarbeitung. Im so genannten Normalbetrieb geben auch Kleinreaktoren, wohnortnah, krebserzeugende Radioaktivität an die Umwelt ab. Die problematische Tritiumproduktion ist bei diesem Reaktortyp wesentlich größer als in Druckwasserreaktoren oder in Schnellen Brütern und Tritium diffundiert leicht durch die Wandungen des Reaktorbehälters. Ein Thorium-Reaktor erzeugt zwar weniger und kürzer strahlenden Atommüll als ein Druckwasserreaktor, doch dafür strahlt er stärker. In Deutschland war der Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) im westfälischen Hamm ein riskantes, kostspieligen Fiasko. Die erhöhte Zahl von Krebserkrankungen im Umfeld des THTR, der Unfall am 4./5. Mai 1986 bei dem Radioaktivität freigesetzt wurde (aber nicht gemessen werden konnte, weil durch einen "erstaunlichen Zufall" die AKW-Messinstrumente nicht funktionierten), waren kein Thema für den ARTE-Werbefilm, der in Kürze auch bei der ARD ausgestrahlt werden soll.

Eine zentrale Frage hat der ARTE / ARD / NDR-Film von Myriam Tonelotto nicht beantwortet. Warum soll eine höchst gefährliche, teure Technologie weiter entwickelt und gefördert werden, wo es doch kostengünstige, umweltfreundliche Alternativen (Wind, Sonne, Wasserkraft...) gibt? Während die herkömmlichen Energieträger immer teurer werden, sind die Kosten für Erneuerbare Energien in den letzten 15 Jahren bereits um etwa die Hälfte gesunken. Bis 2020 strebt die Branche eine weitere Kostensenkung von 40 Prozent an. Klein-AKW werden extrem teuer werden.

Die globale PR-Kampagne für Klein-AKW & Thorium Reaktoren läuft auf hohen Touren.
Der öffentlich-rechtliche PR-Film "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?" ist dafür nur eines von vielen Beispielen. Greenwash & verdeckte PR, so genannte „no badge“-Aktivitäten sind heute Standard von PR-Kampagnen. Die extrem einseitigen und parteiischen Wikipedia-Artikel zu Mini-AKW & Thorium Reaktoren in vielen Sprachen tragen die typische Handschrift von Werbeagenturen. Zu ihrer Arbeitsweise gehören üblicherweise auch manipulierte Leserbrief-Kampagnen, einseitige Meinungsumfragen, die Ausspähung & Verleumdung von Kritikern, Jubel-Beiträge in Online-Foren, Blog-Beiträge und immer stärker auch die Nutzung von Social Bots, von "Meinungsrobotern" . Auch industriegelenkte Scheinbürgerinitiativen werben für neue Klein-AKW. Solche BI´s zählen heute zum Manipulationsgeschäft der Konzerne, Umweltzerstörer und der Atomlobby. Die größte Werbeagentur der Welt, Burson Marsteller, die jahrzehntelang die Gefahren des Rauchens heruntergespielt und den Klimawandel geleugnet hat, warb bis zum Herbst 2016 für die "umwelfreundliche" Atomkraft. Die manchmal etwas verschnarchte Umwelt- und Anti-Atombewegung setzt dem wenig entgegen.

Die Durchsetzungsstrategien
für die „grünen“, neuen AKW sind perfekt und auf der Höhe der Zeit. Nicht mehr die Atomkonzerne oder die erkennbare Atomlobby machen die Werbung. Diese Aufgabe haben industriegelenkte, gut organisierte Tarnkappen-Organisationen übernommen. Die Atomindustrie hat aus den PR-Fehlern der Vergangenheit gelernt. Mit der gleichen Strategie bekämpft in Deutschland die Lobby der Atom-, Kohle- und Ölkonzerne aktuell die Energiewende und die zukunftsfähigen, umweltfreundlichen Energien aus Wind und Sonne.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident Atomschutzverband TRAS


Nachtrag 1 und kleiner Trost für die ARTE und ARD-Redaktionen
Nicht alle kritisieren den Film, viele werben für ihn und Lob im Netz für den Thorium Reaktor und für Klein- und Kleinstreaktoren gibt´s von der Atompartei AfD, von Gegnern der Energiewende, von den Lobbyisten Dirk Maxeiner & Michael Miersch, von Windkraftkritikern, die Windräder für gefährlicher als AKW halten, von den Klimawandelleugnern von EIKE und den immer noch gut organisierten Atomlobbyisten im Netz.


Nachtrag 2
Energiesparen und erneuerbare Energien lösen das Energieproblem
Erneuerbare Energien sind kostengünstiger als Klein-AKW und erzeugen im "Normalbetrieb" keinen Kinderkrebs. Bei ihrer Nutzung fällt kein Atommüll an, der unendlich lange sicher gelagert werden muss. Bei einem Unfall im Windpark müssen im Gegensatz zu den Regionen um Tschernobyl und Fukushima keine riesigen Landstriche dauerhaft evakuiert werden. Nach wenigen Monaten Betrieb hat sich ein Windrad energetisch amortisiert. Erneuerbare Energien produzieren (fast) kein CO2 und sind ein wichtiger Ausweg aus der drohenden Klimakatastrophe. Nicht die zukunftsfähigen Energien, sondern der Klimawandel bedroht unsere Artenvielfalt. Bei ihrer Nutzung müssen keine Menschen in Uran- und Kohlegruben sterben und Kriege um erneuerbare Energien sind im Gegensatz zu Kriegen um Öl ebenso nicht sehr wahrscheinlich. Die Wertschöpfung bleibt im Land und mit den Gewinnen wird üblicherweise nicht der Islamische Staat suventioniert, was man von unserem Geld, das an die Ölscheichs fließt, leider nicht mit Sicherheit sagen kann.




Thorium Reaktor - Flüssigsalzreaktor: Alte Lügen - Neu verpackt / "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?"






Thorium Reaktor - Flüssigsalzreaktor - Dual Fluid Reaktor: Alte Lügen - Neu verpackt / "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?"


Kritische und unkritische Beiträge zum Thorium Reaktor:



Den umstrittenen, parteiischen Arte-Werbe-Film zum Thoriumreaktor finden Sie hier:
Arte: Thorium, Atomkraft ohne Risiko?


Im April 2017 hat das Ökointitut Darmstadt im Auftrag der Schweizerischen Energie-Stiftung eine Studie zum Thema "Neue Reaktorkonzepte. Eine Analyse des aktuellen Forschungsstands." herausgegeben. Diese ausführliche Studie finden Sie hier.




Aktueller Beitrag zu diesem Thema von der Website "Sonnenseite" von Franz Alt vom 15.12.2016:

"Deutschland hat den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet und das Ende der Nutzung der Atomenergie beschlossen. Dennoch gibt es staatlich finanzierte Forschungen in Deutschland, um neue Generationen von Atomkraftwerken, z.B. mit Thoriumflüssigsalzreaktoren, sowie neue atomwaffentaugliche Materialien zu entwickeln.[...]

Diese Forschungen sind geeignet z.B. für die Entwicklung Kleiner Modularer Reaktoren (SMR), die auch andere europäische Länder unter EURATOM und mit nationalen Mitteln vorantreiben. SMR sind besonders bedrohlich für die Welt, weil sie dezentral massenhaft aufgebaut werden könnten, womit sich atomare Unfallgefahren und Terrorziele potenzieren würden. [...]

Schlimmer noch: Diese Forschungen [...] können gleichzeitig zur Entwicklung neuer Atomwaffenmaterialien führen, erbrütet aus Thorium, welches bislang als atomwaffenuntauglich galt. Damit werden in Deutschland mit öffentlichen Mitteln aus dem Bundesforschungsministerium und aus EURATOM-Mitteln neue Generationen von Atomreaktoren und Atomwaffen entwickelt. [...]

Es ist erschreckend, was im Atomland Deutschland noch möglich ist und sogar staatlich unterstützt wird.[...]"

Quelle: Sonnenseite: "In Deutschland wird an der Entwicklung neuer Atomreaktoren und Atomwaffen geforscht", 15.12.2016


Den aktuellen und wichtigen Artikel "Die ewige Diskussion um die Kernkraft - Alter Wein in neuen Schläuchen" von "The Huffington Post" vom 11.10.2016 finden Sie hier




Artikel auf Spektrum.de: "Kernwaffennutzung - Die vergessene Gefahr des Thoriums":

" [...] Dabei wird aber leicht vergessen, dass bestrahltes Thorium in der Tat zu waffenfähigem Uran umgewandelt werden kann. Es sind dazu nicht einmal große Laboreinrichtungen notwendig. Staaten mit einem Interesse an Atomwaffen könnten folglich mit dieser Technologie die Regeln zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen unterlaufen. [...]

Natürlich vorkommendes Thorium besteht zu fast hundert Prozent aus Thorium-232, einem Isotop, das keine dauerhafte Kernspaltung aufrechterhalten kann. Beschießt man es mit Neutronen, wandelt es sich über eine Kette von Zerfallsschritten in das spaltbare und langlebige Uran-233, dessen Halbwertszeit 160 000 Jahre beträgt. Als Nebenprodukt entsteht dabei Uran-232, das seinerseits in intensiv gammastrahlende Isotope zerfällt. Diese schwer gesundheitsschädliche Strahlung lässt sich nur mit größerem Aufwand abschirmen, daher ist verbrauchter Thorium-Brennstoff im Allgemeinen schwer zu handhaben [...].

[...]
Schon eine kleine Nukleareinrichtung genügt, um aus Thorium über Umwege spaltbares Uran-233 herzustellen, das kaum mit dem gammastrahlenden Uran-232 verunreinigt ist. Dadurch könnte auch Thorium – genauer gesagt das als Zwischenschritt entstehende Protactinium-233 – zu einer Gefahr für die weltweite Sicherheit werden. Den Königsweg in eine sorgenfreie Atomenergie der Zukunft bietet das Thorium daher kaum.

Die Politik wäre gut beraten, den Umgang mit dem Material strenger zu regeln, als es bislang der Fall ist, und gleichzeitig auf Anzeichen zu achten, ob diese Regeln heimlich unterlaufen werden. [...]

Drei Aspekte machen Thorium gefährlich
[...]
  • Erstens lassen sich Technologien zur Energiegewinnung, bei denen Thorium über einen längeren Zeitraum bestrahlt wird, dazu nutzen, um im Geheimen Protactinium abzuzweigen. Dessen Aufarbeitung könnte in kleinen Anlagen nach und nach erfolgen, ohne dass die IAEO zwangsläufig darauf aufmerksam werden müsste.
  • Zweitens lässt sich die zur Protactinium-Extraktion nötige Infrastruktur leicht erwerben und in einem unverdächtigen Labor unterbringen.
  • Und drittens ist die Technologie besonders für Staaten interessant, die in Besitz von Atombomben kommen wollen.


Keiner der drei Punkte sollte bei einer Einschätzung des Gefährdungspotenzials von Thorium vergessen werden. [...]

Thorium ist keineswegs so harmlos, wie vielfach angenommen. Wenn wir eine sichere Zukunft wollen, müssen wir jetzt mit der Debatte über seine Risiken beginnen."
Quelle: Spektrum.de


Artikel von taz.de "Thorium ist auch keine Lösung":

"[...] Sicher und sauber wird Atomkraft auch nicht, wenn der nichtspaltbare Brennstoff verwendet wird.
Dass man von Thorium-Reaktoren die Finger lassen sollte, weiß man in Deutschland spätestens seit dem kostspieligen Fiasko mit dem Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) im westfälischen Hamm. Jetzt ist auch Norwegen so weit. Die dortige Strahlenschutzbehörde Statens Strålevern erteilt allen Plänen für den Bau eines Thorium-Reaktors eine Absage. Sowohl Umweltminister Erik Sohlheim als auch Wirtschaftsministerin Sylvia Brustad schließen sich dem an. [...]

Reaktoren, die mit Thorium betrieben werden, hätten damit vergleichbar schädliche Umweltkonsequenzen und ein ähnliches Gefahrenpotenzial wie solche mit Uranbrennstoff. Von Thorium-Befürwortern wird gerade die vermeintliche Sicherheit vor einer Kernschmelze als Argument ins Feld geführt. Das aus dem Mineral Thorit gewonnene radioaktive Metall Thorium ist nicht spaltbar. Thorium als Brennstoff müssen daher von außen Neutronen zugeführt werden, um die Energie produzierende Kettenreaktion zu starten und in Gang zu halten. Wird diese eingestellt, stoppt auch die Reaktion.

Laut Strahlenschutzbehörde bedeutet das aber keinesfalls, dass es kein Unfallrisiko bis hin zu einer Kernschmelze gibt. Auch für die Nachwärmeabfuhr seien funktionierende Kühlsysteme erforderlich: "Die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze ist bei Uran- oder Thoriumbrennstoff gleich zu beurteilen."

Ein Thorium-Reaktor produziere zwar weniger und weniger langlebigen Atommüll als ein AKW mit Uranbrennstäben. Dieser sei auch stabiler als konventioneller Atommüll. Dafür strahle er stärker, was Transport und Lagerung kompliziert.

Entscheidend sei aber, so die Studie, dass auch die Thorium-Technik das Atommüllproblem nicht löse. Hinzu komme auch beim Betrieb des Reaktors eine viel stärkere radioaktive Strahlung. Auch sicherheitstechnisch biete die Thorium-Nutzung kaum Vorteil: Zwar fielen nur geringe Mengen Plutonium an, und dieses sei auch für die Produktion von Atomwaffen nicht besonders interessant. Doch in der Hand von Terroristen könne auch ein Thorium-Reaktor für "nichtfriedliche Zwecke" benutzt werden.

"Die Thorium-Debatte dürfte nun ein abgeschlossenes Kapitel sein", glaubt Nils Bøhmer, Atomexperte bei der Umweltschutzorganisation Bellona: "Hoffentlich beschäftigt sich die Politik jetzt mit wirklichen Lösungen der Klimaproblematik."

"Erhebliches Risiko im Hinblick auf unkontrollierte Kettenreaktionen"
Quelle: taz.de



Focus in einem lesenswerten Artikel "Reaktoren der Zukunft" über verschiedene "moderne" Atomreaktortypen, etwas aus dem Nähkästchen geplaudert:

"[...] Nur für Norwegen gilt dies nicht. Vor zwei Jahren gab das Land seine Pläne zum Bau eines Thorium-Reaktors auf. Grund ist eine Studie, die Norwegens rot-grüne Regierung 2007 bei der Strahlenschutzbehörde Statens Strålevern in Auftrag gegeben hatte. Sie nahm den gesamten Thorium-Brennstoffkreislauf unter die Lupe. Das Ergebnis überraschte. Konventionelle Reaktoren, verlautbarte die Behörde, führen zur radioaktiven Belastung von Luft und Wasser, es bestehe ein erhebliches Unglücksrisiko, auch unkontrollierte Kettenreaktionen seien möglich, und im schlimmsten Fall eine Kernschmelze – gleich, ob die Meiler mit Uran- oder Thorium-Brennstoff arbeiten.

Ende des Mythos
Auch wenn im Thorium-Reaktor die Kettenreaktion leicht zu stoppen sei, so die Studie weiter, gebe es ein Unfallrisiko durch die Nachzerfallswärme, die nur durch funktionierende Kühlsysteme abgeführt werden könne. Deshalb sei die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze für Uran- oder Thoriumbrennstoff gleich. Zudem lasse sich das Uran-233 doch militärisch missbrauchen, Terroristen könnten es deshalb für „nichtfriedliche Zwecke“ nutzen. Tatsächlich wurde es 1955 von den USA in einigen Bombenexplosionen als Kernwaffenmaterial getestet, dann aber gerade wegen der Gammastrahlung seiner Beiprodukte zugunsten von Plutonium aufgegeben. Es soll auch in indischen Atomwaffen vorhanden sein.[...]

Hinzu komme, dass auch die Thorium-Technologie das Atommüllproblem nicht lösen könne. Ein Thorium-Reaktor produziere zwar weniger und kürzer strahlenden Atommüll als ein Uran-AKW. Dafür strahle er stärker, was Transport und Lagerung erschwere. Dies läuft der Argumentation, mit der ihre Befürworter für die Thorium-Reaktoren werben, klar zuwider."
Quelle: focus


Auch in Deutschland gab es einen Thorium-Hochtemperatur-Reaktor, der aber nach nur zwei Jahren stillgelegt werden musste. Dazu ein ein Artikel von n-tv: "Behörden in NRW relativieren - Mehr Krebs am Atomreaktor Hamm-Uentrop"

Nach nur zwei Jahren Betrieb und zahlreichen Störfällen wird der Atomreaktor in Hamm-Uentrop 1987 stillgelegt. Nun werden rund um den Reaktor vermehrt Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Frauen festgestellt. Dennoch geben die Behörden Entwarnung.

Rund um den stillgelegten Atomreaktor in Hamm-Uentrop in Nordrhein-Westfalen besteht möglicherweise die erhöhte Gefahr, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Das ergab eine Analyse des Krebsregisters NRW, das ein um 64 Prozent erhöhtes Risiko gegenüber einer Referenzregion errechnete. Vor allem seien vermehrt Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Frauen festgestellt worden. [...]

Im Thorium-Hochtemperatur-Reaktor Hamm-Uentrop war es 1986 zu einem Störfall gekommen. In der Nacht vom 4. zum 5. Mai 1986 traten radioaktive Aerosole aus, als zerbrochene Kugelbrennelemente Rohre der Beschickungsanlage verstopften. In der Folge gelangte der kontaminierte Staub der zerbrochenen Kugeln und kontaminiertes Helium in die Umgebungsluft - wie viel, konnte nie festgestellt werden, weil zu diesem Zeitpunkt die Messinstrumente abgeschaltet waren.[...]"
Quelle: n-tv


Greenpeace Schweiz: Factsheet | Kernkraftwerke der neuen Generation

"Auch mit Thorium als Brennstoff werden langlebige radioaktive Stoffe produziert, wie z.B. Proactinium-231 (Halbwertszeit 32'000 Jahre). Zudem erzeugt der Thorium-Abbau, wie die Uranförderung, radioaktiven Staub und radioaktive Schlämme."


Im Paul Scherrer Institut in Würenlingen im Schweizer Kanton Aargau erforscht man aktuell Flüssigsalzreaktoren. Eine Kritik an dem "Atomforschungszentrum" finden Sie: hier





Wichtiger, aktueller Beitrag zum Thema Thoriumreaktoren



Zusammenfassender Beitrag zum Thema "Neuartige Thoriumatomreaktoren und deren Risiken" von Thomas Partmann, Attac, der in Freiburg anlässlich des Atomenergie-Forums 2017 am 29.04.2017 einen Vortrag zu dem Thema "Atomwaffen aus Thorium? Flüssigsalz-Atomreaktoren: Unterschätzte Risiken" gehalten hat:

Neuartige Thoriumatomreaktoren und deren Risiken
Zusammenfassung zur Präsentation

Autor: Thomas Partmann, Stand: 11.04.2017

Deutschland ist aus der Atomwirtschaft ausgestiegen, die Atomreaktoren der 2. Generation werden stillgelegt und rückgebaut. Reaktoren der 3. Generation werden unter wachsenden Schwierigkeiten in Frankreich und Finnland zurzeit gebaut und in Großbritannien geplant. Die sich im Entwicklungs-stadium befindenden Atomreaktoren der 4. Generation Flüssigsalzreaktoren (Molten Salt Reactor, MSR, und dessen Weiterentwicklung Molten Salt Fast Reactor, MSFR) arbeiten mit Thorium als Brennstoff.

Die Aussage der Protagonisten, dieser Reaktortyp sei aufgrund seiner Konstruktion besonders sicher, bezieht sich lediglich auf die technische Anlagensicherheit.

Die Bedrohung durch äußere Einflüsse wie Naturkatastrophen, Terroranschläge, Flugzeugabstürze, menschliches Versagen, Erdbeben, usw. bleibt. Atommüll entsteht auch hier.

Hinzu kommt ein nicht zu leugnendes Risiko der Weiterverbreitung von waffenfähigem Uran
(engl. Proliferation):


Alle bisherigen Kernreaktoren machen die Entnahme von waffenfähigem Material nahezu unmöglich.
Beim Thorium-Flüssigsalzreaktor ist die Materialeinspeisung und Entnahme mittels einer eingebauten Aufarbeitungsanlage fester Bestandteil des Reaktors!
Eine überzeugende technische Lösung, die eine Proliferation von Spaltmaterial zuverlässig verhindert, ist bislang nicht in Sicht.

Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO unterstützt Forschung und Entwicklung dieser Reaktoren, speziell auch von kleinen modularen Einheiten in Containergröße, deren Betrieb kaum zu kontrollieren ist. Nach den USA und Japan ist Deutschland drittgrößter Beitragszahler für den rund 350 Mio. Euro umfassenden Haushalt der IAEO.
Zahlreiche dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zugehörige Institute und dort angesiedelte Einrichtungen wie das JRC- Dir G - Nukleare Überwachung und Sicherheit (Karlsruhe), ehemals Institut für Transurane (ITU), und die AREVA-Schule beteiligen sich im Auftrag von EURATOM durch Forschungsarbeiten und Kurse trotz Atomausstieg an deren Weiterentwicklung. Dazu zählt unter anderem das SAMOFAR-Projekt im Rahmen des Horizon 2020 EURATOM-Forschungsprogramms , an dem wie die Kleine Bundestags-Anfrage zu Thorium-Forschung am KIT und ITU gezeigt hat, beide Institutionen beteiligt sind.

In den neuartigen Reaktoren wird Uran-233 erbrütet, das wie Plutonium zum Bau von Atomwaffen genutzt werden kann (Dual-Use-Problematik).

In dem Vortrag möchte ich die neuartige Technik dieser Reaktoren und deren Gefahrenpotential erklären und um Unterstützung für eine weltweite Ächtung von Atomwaffen werben, wie sie eine „Humanitäre Initiative“ von 159 Unterstützerstaaten vor der UN beantragt.

Ein derartiges Verbot lässt sich nicht durchsetzen und genügt nicht, sobald sich jeder Staat das für eine Atombombe erforderliche Nuklearmaterial bequem selbst erbrüten kann, zumal eine effiziente Proliferationskontrolle aufgrund der möglichen kleinen, modularen und mobilen Bauart der Flüssigsalzreaktoren nicht gegeben ist.

Um eine massive Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern und auch nichtstaatlichen Akteuren, wie Kriminellen und Terrorgruppen, den Zugang zu Nuklearmaterial zu versperren, ist es für erforderlich, dass Forschung, Entwicklung und Betrieb von Einrichtungen, die die Erzeugung von waffenfähigem Nuklearmaterial ermöglichen, eingestellt und nicht weiter entwickelt und gefördert werden!

Gelder, die hier eingespart werden, sollten nachhaltigen Entwicklungen zum Klimaschutz und zur weltweiten Verbreitung von alternativen Energien zur Stromerzeugung und zu deren Speicherung zu Gute kommen.

Dafür spricht neben dem Gebot der Wirtschaftlichkeit – alternative Energien sind heute schon günstiger als Atomstrom – auch die Friedensfördernde Funktion dieser in die Zukunft gerichteten Investition.

Wie kann man einerseits den Kampf gegen den Terror propagieren und andererseits für die weltweite Verbreitung von waffenfähigem atomarem Material sorgen?

Und wie passt dies zum Beschluss der Bundesregierung, die Teilnahme an den laufenden Verhandlungen zur Ächtung von Atomwaffen bei der UN zu verweigern?

Deutschland muss nach dem Atomausstieg 2011 auch die nächsten konsequenten Schritte tun und die Förderung zukünftiger Reaktorgenerationen einstellen und aus dem EURATOM-Vertrag austreten. „EURATOM steht für die atomkraftgläubige Energiepolitik des vorigen Jahrhunderts“ mahnt Greenpeace, und auch der 15. Bundestag mit einer rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder hat in einem Beschluss am 12. März 2003 gefordert, den EURATOM-Vertrag auslaufen zu lassen. Auch deutsche Forscher erhalten Fördergelder aus Brüssel um die Reaktor-Entwicklung voranzutreiben.




Kernkraft ohne Risiko?
Die Atomlobby, auch bei uns, versucht mit allen Mitteln den Atomausstieg rückgängig zu machen:
Sie stellt den Flüssigsalzreaktor als Errungenschaft dar, die zukünftig weltweit saubere und sichere Energie liefert und das Atommüllproblem löst. Alternative Energien, abhängig von Wind und Sonne, stellen, da sie nicht kontinuierlich zur Verfügung stehen, für sie nur eine willkommene Ergänzung dar. Nur Kernkraft könne Energiebedarf und Klima sichern, behaupten die Atom-Befürworter!

Um die Öffentlichkeit für ihre Ziele zu gewinnen, setzt die Atomlobby neben dem Internet auf Produktplazierungen, selbst in öffentlichen Medien, und das erprobte Mittel der persönlichen Verunglimpfung von Kernkraftgegnern. Im Film „Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“, der zuletzt im September 2016 in arte ausgestrahlt wurde, wird laut eigener Aussage erörtert, „warum Kernkraft aus Thorium 1945 eine technologische Totgeburt war, und warum es plötzlich doch der Brennstoff der Zukunft sein soll“.

Nur zu dem Risiko der Proliferation dieser Technologie wurde im arte-Film kein Wort gesagt, auch wenn der Titel der Sendung dies verspricht. Dies ist pure Werbung, die Risiken und Nebenwirkungen des Produkts bewusst verschweigt. Jeder unvoreingenommene Zuschauer musste glauben, Thorium sei die Lösung!

Die Atomlobby bedient sich auch hier eines bewährten Tricks, sehr effizient zu lügen, ohne die Unwahrheit zu sagen, indem sie gewisse Dinge, wie die Risiken, einfach verschweigt.

Thoriumreaktor als Lösung für unseren Atommüll?

Ein Thoriumreaktor produziert zwar weniger und kürzer strahlenden Atommüll als ein Uran-Reaktor, dafür strahlt er stärker, was Transport und Lagerung erschwert.

Aber Atom-Müll bleibt Atom-Müll und muss entsorgt werden!
Die Behauptung: „Dem Brennstoff kann man langlebigen Atommüll (Transurane) aus Leichtwasserreaktoren beimischen, den Müll auf diese Weise loswerden und dabei auch noch Energie gewinnen“ ist äußerst fragwürdig. Dazu sind die vorhandenen abgebrannten Brennelemente der ersten und zweiten Reaktorgeneration viel zu stark verunreinigt. Im Flüssigsalz-reaktor können bestenfalls Radionuklide wie Uran und Plutonium aus Restbeständen vorhandener Reaktorbrennstoffe oder aus ausgesonderten Atombomben mit verbrannt werden.

Ende eines Mythos

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Gründe, die Norwegen 2007 dazu bewogen haben, die Pläne zum Bau eines Thorium-Reaktors aufzugeben.
Auch wenn im Thorium-Reaktor die Kettenreaktion leicht zu stoppen sei, so die norwegische Studie, gebe es ein Unfallrisiko durch die Nachzerfallswärme, die nur durch funktionierende Kühlsysteme abgeführt werden könne. Deshalb sei die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze für Uran- oder Thoriumbrennstoff gleich. Zudem lasse sich das Uran-233 doch militärisch missbrauchen, Terroristen könnten es deshalb für „nichtfriedliche Zwecke“ nutzen. Hinzu komme, dass auch die Thorium-Technologie das Atommüllproblem nicht lösen könne.
Nils Bøhmer, Atomexperte bei der internationalen Umweltschutzorganisation Bellona in Oslo, kommentierte dies mit den Worten: „Hoffentlich beschäftigt sich die Politik jetzt mit wirklichen Lösungen der Klimaproblematik.“

Auch das UK National Nuclear Laboratory (NNL) mit Sitz in Sellafield bewertet das Proliferationsrisiko in einem Positionspapier zum Thorium-Brennstoffzyklus, August 2010, wie folgt:
Das NNL glaubt, dass Uran-233 ein ähnliches Proliferationsrisiko darstellt wie hochangereichertes Uran im Uran-Plutonium-Brennstoffzyklus.[15],[16] und kommt zu dem ernüchternden Ergebnis: “The thorium fuel cycle does not currently have a role to play in the UK context, other than its potential application for plutonium management in the longer term“.

Thoriumreaktoren lösen keine Probleme

Ken Davis erklärt in seinem lesenswerten Beitrag „Wahnsinn Kernspaltung – Die Lügen der Atomindustrie in Sachen Thorium“:
„Zusammenfassend kann mitgeteilt werden: Auch Thoriumreaktoren produzieren hochradioaktiven Müll, auch sie machen Probleme in Sachen Proliferation, auch sie stehen für Katastrophenszenarien – z.B. als mögliche Ziele für Terroristen oder militärische Attacken.
Anhänger von Thoriumreaktoren betonen, dass all diese Risiken im Vergleich zu den konventionellen Plutonium-Brüter-Konzepten doch geringer seien.
Ob das nun wahr ist oder nicht: die grundsätzlichen Probleme, die mit der Atomenergie in Zusammenhang stehen, werden dadurch auf keinen Fall gelöst.

Die Nutzung der Kernkraft war schon immer ein Schwerverbrechen an der Menschheit,
in Tateinheit mit Profitgier und absoluten Wahnsinn.”

Flüssigsalzreaktoren gehören zu den gefährlichsten zivilen Technologien, die je entwickelt wurden!




Thorium Reaktor Flüssigsalzreaktor: Schmutzige Atombomben für die Welt




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Dieser Artikel wurde 42016 mal gelesen und am 5.9.2017 zuletzt geändert.