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Transhumanismus 2017: Transinhumanismus & Auschwitz: Die Abschaffung des menschlichen Menschen und der Google-Mensch

16.11.2017

Transhumanismus 2017: Transinhumanismus & Auschwitz: Die Abschaffung des menschlichen Menschen und der Google-Mensch
Techno Sapiens - Die Zukunft der Spezies Mensch


Transhumanismus Kritik:
"Den Menschen zu verbessern" ist ein uralter Menschheitstraum. Die "Schaffung des neuen Menschen" führte in der Geschichte immer wieder zu Katastrophen und auch nach Auschwitz.

Mit Hilfe von Technikoptimismus, libertärem und neoliberalem Denken, Gentechnik, Nanotechnologie, Eugenik und Computern den „alten Menschen“ abschaffen und einen „neuen Menschen“ schaffen. Mit Gehirnimplantaten und Gendoping soll der Mensch "optimiert" werden. Das Klonen von menschlichen Embryonen und die Möglichkeit, aus geklonten Embryonen Stammzellen zu gewinnen, bringt die Transhumanisten ihrem gefährlichen Traum vom ewigen Leben einen großen Schritt näher. Immer mehr Menschen verstehen sich selbst als Teil der transhumanistischen Bewegung, die den Menschen von seinen biologischen Schranken befreien will. Der Transhumanismus wird zunehmend zur neuen, gefährlichen Weltreligion der Umweltzerstörung und des Neoliberalismus. Die Umweltbewegung sollte sich stärker mit dieser zutiefst inhumanen Ideologie auseinander setzen.
Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident TRAS und Kreisrat






Der Wunsch nach Selbstauslöschung


Auszug aus Der Google-Mensch
von Markus Jansen



Der Philosoph Günther Anders schrieb bereits in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts unter dem Eindruck von Hiroshima und Auschwitz in der „Antiquiertheit des Menschen“ von einer „prometheischen Scham“. Diese sei der Anlass, den im Vergleich zu Maschinen imperfekten menschlichen Körper gezielten Veränderungs- und Optimierungsmaßnahmen zu unterwerfen. Anders vermutete „nicht mehr verwendbare Energie-Reste puritanischen Leibhasses“ hinter diesem Verhalten.13
Aber mit einem Leibhass hat man es beim Transhumanismus nicht zu tun. Der Hass richtet sich vielmehr auf die menschliche Gattung als solche. Im Transhumanismus kommt der phantasmatische Wunsch nach Selbstauslöschung zum Ausdruck. Die menschliche Gattung soll zugunsten einer von ihr geschaffenen neuen Intelligenz, einer neuen Spezies abdanken. Dass Kurzweil das Klonen von Menschen befürwortet, darf in diesem Zusammenhang nicht weiter verwundern.
Im Transhumanismus werden Natur und Mensch als Maschine, als Computer oder als Programm konstruiert, um beides um so effizienter ausbeuten und unterwerfen zu können. Der Wunsch nach künstlicher Intelligenz, das Phantasma des Verschmelzens mit der Maschine, um durch Technologie den Tod zugunsten der Unsterblichkeit zu überwinden, ist Ausdruck einer tiefsitzenden „Verachtung für das Leben“.14 Die unmittelbare Verschmelzung des Menschen mit Informationstechnologien - wie bei Google Glass - offenbart den nekrophilen Kern einer sterilen Unkultur. Denn Informationen und Computer sind das Leblose, das Tote schlechthin. Das besinnungs- und geistlose Erzeugen solcher und anderer, immer neuer „Innovationen“ darf nicht mit schöpferischer Kraft, Phantasie oder gar Intelligenz verwechselt werden.
Auszug aus Der Google-Mensch
von Markus Jansen




Verschiedene kritische Zitate, Quellen, Links zum Thema Transhumanismus:



Artikel aus dem Feuilleton-Teil der Zeitung "Die Tagespost": "Wenn der Mensch sich zum Erlöser der Schöpfung macht", vom 14. November 2016

"[...] Dass es sich beim Transhumanismus nicht um reine Wissenschaft, sondern um eine fanatische Religion handelt, lässt sich kaum leugnen. [...]
So offenbart sich der Transhumanismus schon jetzt als eine Sammlung menschlicher Allmachtsphantasien aus Angst vor dem Tod. [...]
Der Transhumanismus ist nicht mehr als eine weitere Sackgasse des Materialismus. Er wird – wie alle ideologischen Allmachtsphantasien – an der Realität scheitern."
Hier geht´s zum vollständigen Artikel.



Kurzer Auszug aus dem SZ-Artikel "Verbesserte Menschen - Die vielleicht gefährlichste Idee der Welt" vom 08. Juni 2013:

"Intelligenter, gesünder, stärker und immer glücklich - Transhumanisten wollen die Grenzen der Biologie einreißen und den Menschen mit allen verfügbaren Mitteln optimieren. Eine gruselige Vorstellung."

Hier finden Sie den vollständigen Artikel.


"The European" Debatte: Der neue Mensch › Transhumanismus und die Gefahr der Optimierung › Über Menschen, vom 26. April 2013:

" [...] Der technologische Wandel stellt unser bisheriges Selbstverständnis als Menschen nicht mehr nur peripher, sondern mittlerweile substanziell zur Disposition. Was wir bisher als menschliche Identität, als Conditio humana, begriffen haben, wird zunehmend in Frage gestellt. Die neueste Generation von Neurotechnologie zum Beispiel setzt darauf, die Freiheit des Menschen zu steigern, indem sie in unseren Körper eindringt, um dessen Grenzen zu überwinden. [...]

Niemand weiß jedoch, was das mit dem Menschen und seinem Selbstbild macht, wenn wir uns derart unserer physischen und physiologischen Grenzen entledigen. Denn die Verschmelzung von menschlichem Bewusstsein und Technologie verändert sowohl die Technologie als auch den Menschen. Die Frage ist, ob dabei die Technologie menschlicher oder der Mensch technischer wird.[...]

Viele Menschen setzen große Hoffnungen in diese Entwicklungen. Doch viele Menschen haben zu Recht auch Angst vor einer solchen Zukunft. Die Implikation: Bisherige Kulturleistungen werden abgewertet und in Frage gestellt. Kulturgeschichte, Literatur, Kunst, Religionen und Philosophien erscheinen lediglich als künstliche Sinngebungen in der Epoche des alten „natürlichen“ Menschen. Der neue Mensch wird sie nicht mehr brauchen. Er wird Kultur immer stärker durch Technologie ersetzen, wie bereits heute in den neuen Kommunikationstechnologien ersichtlich, sich damit global angleichen und entnationalisieren, aber auch bisherige Sinnentwürfe und Ethiken des Zusammenlebens über Bord werfen.[...]

Damit verändert sich alles: nicht nur das grundlegende Bild des Menschen von sich selbst, das stets für seine Gegenwart und Zukunft ausschlaggebend war, sondern auch das, was wir bisher als Zivilisation bezeichnet haben.[...]

Wir müssen unser Selbstverständnis daher bis auf Weiteres zumindest in gewissen Grenzen vor dem Zugriff der Technologie schützen.[...] "

Den vollständigen Beitrag finden Sie: hier





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  • 3) Im Zweifel ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.


Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer




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Dieser Artikel wurde 6379 mal gelesen und am 23.11.2017 zuletzt geändert.