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UNO & Fukushima & Tschernobyl: Wie die Atomlobby die IAEO, die UNSCEAR, die WHO und Vereinten Nationen manipuliert

03.04.2014

UNO, Fukushima & Tschernobyl: Wie die Atomlobby die IAEO, die UNSCEAR, die WHO und die Vereinten Nationen manipuliert



"Drei Jahre nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima behauptet eine UN-Unterorganisation, dass durch die Strahlung das Krebsrisiko für die Bevölkerung nicht gestiegen ist. Das steht in einem jetzt veröffentlichten Bericht des Komitees der Vereinten Nationen für die Folgen von Strahlung (UNSCEAR). In dem rund 300 Seiten umfassenden Abschlussbericht gehen die "Atom-Experten" davon aus, dass sich die Strahlung kaum auf die Gesundheit von Menschen ausgewirkt hat. Mit dem Bericht versucht die Atomlobby, einen schnellen Schlussstrich unter die Debatte um Fukushima zu ziehen. Dabei ist die Atomkatastrophe von Fukushima noch lange nicht vorbei. Unkritisch und zumeist unhinterfragt wird diese Meldung weltweit verbreitet. Doch wer behauptet, an den Folgen der japanischen Reaktorkatastrophe würden "weder Menschen sterben noch vermehrt an Krebs erkranken", der lügt und schädigt das Ansehen der Vereinten Nationen! Die gezielte Unterwanderung von UN-Organisationen durch Lobbyisten zeigt, dass die Nutzung der Atomkraft auch die Demokratie gefährdet.

Der BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein hat schon im Oktober 2013 einen Protestbrief an UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon geschrieben, dessen deutsche Übersetzung Sie hier unten abgedruckt finden. Wir bitten Sie die
englische Variante dieses Briefes zu kopieren, in einen Brief mit Ihrem Briefkopf einzufügen und ebenfalls an Herrn Ban Ki-Moon zu senden. (Briefporto Deutschland - USA = 0,75 Euro)

Die Vereinten Nationen sind zu wichtig, um sie der Atomlobby einfach so zu überlassen.


Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident Trinationaler Atomschutzverband

Hier geht´s zur englischen Variante und Druckvorlage für Ihren persönlichen Brief






Herr Generalsekretär
Ban Ki-Moon
United Nations Plaza
First Avenue at 46th Street
New York NY 10017
USA


Verharmlosung der Fukushima-Katastrophe durch die UN


Sehr geehrter Herr Generalsekretär Ban Ki- moon,

wir möchten uns über die gezielte Verharmlosung der Fukushima-Katastrophe durch die UN und über den wachsenden Einfluss der Atomlobby auf Ihre ansonsten hochgeschätzte Organisation bei Ihnen beschweren.

Folgender Ausschnitt aus einem Zeitungsartikel zeigt den Einfluss der Atomlobby mehr als deutlich:
"Als Folge des Atomunfalls von Fukushima werden nach UN-Einschätzung weder Menschen sterben noch vermehrt an Krebs erkranken. Die Katastrophe vom März 2011 habe keine direkten Gesundheitsfolgen, heißt es in einer ersten umfassenden Untersuchung der Vereinten Nationen.", informierten die globalen Medien am 31.5.2013. Weiter: „Die Aussagen des Berichts basierten hauptsächlich auf Rechenmodellen, Messungen in der Umwelt und teilweise auf ärztlichen Untersuchungen von Betroffenen.“

Unkritisch und unhinterfragt wurde diese Meldung weltweit verbreitet. Dies ist wohl die bisher erfolgreichste Greenwash- Aktion der Atomlobby seit Jahrzehnten. Wer behauptet, an den Folgen der japanischen Reaktorkatastrophe würden "weder Menschen sterben noch vermehrt an Krebs erkranken", der lügt.

Schon am 28. Februar 2013 teilte die atomfreundliche Weltgesundheitsorganisation WHO mit, für die Allgemeinbevölkerung sei nicht mit einer „messbaren“ Erhöhung des Krebsrisikos infolge der Atomkatastrophe von Fukushima zu rechnen.
Kurz darauf informierte die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW am 6. März 2013, aufgrund der äußeren Strahlenbelastung seien zwischen 20.000 und 80.000 Krebserkrankungen und aufgrund von kontaminierten Lebensmitteln weitere 18.000 bis 37.000 Krebsfälle zu erwarten.
Reaktorunfälle zu verharmlosen gehört zur Praxis der IAEA und die WHO ist durch Verträge mit der IAEA geknebelt. Der Mitarbeiterstab der IAEA ist durchsetzt mit Lobbyisten der Atomwirtschaft, die einerseits ein großes Interesse an einem möglichst sicheren Betrieb von Atomanlagen haben, die andererseits aber Gefahren, Risiken und Unfälle herunterspielen müssen.

So ist es nicht verwunderlich, dass es nach den Katastrophen von Fukushima und Tschernobyl ein wichtiges Ziel der IAEA ist, einen wirtschaftlichen Rückschlag für die Atomindustrie zu verhindern. Auch aus diesem Grund betreiben die Verantwortlichen der IAEA die gezielte Verschleierung der Folgen der Fukushima- Katastrophe für Gesundheit, Umwelt und Landwirtschaft. Es ist zutiefst erschreckend, welche Macht und welchen Einfluss die Atomlobby auf UNO-Organisationen wie IAEA und WHO haben.

Die Vereinten Nationen sind dabei, das in sie gesetzte Vertrauen zu verspielen!
Die massive Abhängigkeit der WHO von der Lobbyorganisation IAEO zeigte sich schon beim Tschernobyl-Unfall. Und wie nach dem Atomunfall in Tschernobyl ist es nun auch in Fukushima die Hauptaufgabe der IAEO / IAEA die atomare Katastrophe zu verharmlosen und herunter zu spielen, denn die IAEA ist keine objektive Kontrollorganisation, sondern eine geschickt aufgebaute Tarnorganisation der Nuklearindustrie in der UNO und sie beeinflusst massiv die WHO.

Deswegen bitten wir Sie der UN wieder ein glaubwürdiges Gesicht zu geben und Ihren Einfluss gegen die Macht der Atomindustrie geltend zu machen.
Aus diesem Grund sollte der Knebelvertrag von 1959 zwischen IAEA und WHO in Gesundheitsfragen beendet werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Axel Mayer/Geschäftsführer




Die unten abgedruckten Fachbeiträge zeigen die massiven Verflechtungen und Abhängigkeiten von Atomindustrie, IAEA, WHO und der UN.




UN & Fukushima & Tschernobyl: Wie die Atomlobby die IAEO, die WHO und Vereinten Nationen manipuliert


Hier geht´s zur IPPNW Studie

Geheimsache Tschernobyl Strahlenschäden sind für die UN-Organisation WHO tabu


Ein Auszug aus einem Beitrag von Alison Katz in Le Monde diplomatique Nr. 8530 vom 14.3.2008, Seite 17


Die Protokolle der UN-Konferenzen zum Thema Tschernobyl,

die 1995 in Genf und 2001 in Kiew stattfanden, wurden nie veröffentlicht. Das Gegenteil behauptete noch im Juni letzten Jahres WHO-Sprecher Gregory Hartl. Selbst als Journalisten nachhakten, hielt man an dem Lügenmärchen fest. Lediglich die Zusammenfassungen der in Kiew gehaltenen Vorträge - sowie zwölf von mehreren hundert der in Genf eingereichten Redemanuskripte - wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Seit dem 26. April 2007,
dem 21. Jahrestag von Tschernobyl, werden die Angestellten der Weltgesundheitsbehörde jeden Morgen von Demonstranten empfangen. Deren Plakate verweisen darauf, dass rund um Tschernobyl eine Million Kinder an den Folgen der radioaktiven Verseuchung erkrankt sind.(1 )Die Mahnwachen organisiert die internationale Initiative "For an Independent WHO". Sie bezichtigt die WHO der Komplizenschaft bei der Vertuschung der Folgen des Reaktorunglücks sowie der unterlassenen Hilfeleistung für die betroffene Bevölkerung.

Die Initiative fordert,
Artikel 1, Paragraf 2 im Abkommen zwischen der WHO und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO)(2) zu revidieren. Nach dieser Bestimmung muss die WHO, bevor sie im Nuklearbereich "ein Forschungsprogramm oder eine Maßnahme einleitet", die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) konsultieren, um die betreffende Frage "einvernehmlich zu regeln".

Eine Änderung dieses Artikels
soll auf der Weltgesundheitsversammlung(3) im kommenden Mai durchgesetzt werden.(4) Die Initiative argumentiert, dass die WHO von der IAEO unabhängig sein muss, wenn sie die Fakten, auf deren Basis man geeignete Therapien für die Opfer der radioaktiven Verseuchung entwickeln könnte, wissenschaftlich und unvoreingenommen bewerten soll.


Die IAEO verfolgt gemäß ihrer Statuten das Ziel,
"die Nutzung der Atomenergie für Frieden, Gesundheit und Wohlstand in der ganzen Welt zu fördern und zu verbreiten". Tatsächlich ist sie eine Lobbyorganisation (mit militärischer Dimension), die in der Gesundheits- und Wissenschaftspolitik gar nicht erst mitreden sollte.

Einige Beispiele können zeigen, warum. So konnte die IAEO mit ihrem Veto von der WHO bereits geplante Konferenzen zum Thema Radioaktivität und Gesundheit verhindern. Die WHO wiederum hat die grotesken Mortalitäts- und Morbiditätsstatistiken abgesegnet, mit denen die Atomagentur nach Tschernobyl belegen wollte, dass es nur 56 Tote und 4 000 Fälle von Schilddrüsenkrebs gegeben habe.(5)

Die WHO an der kurzen Leine der Atombehörde
Die Leugnung von Strahlenkrankheiten führt unausweichlich zu Versorgungsmängeln. Weltweit leben neun Millionen Menschen in stark radioaktiv verseuchten Gebieten. Seit 22 Jahren nehmen sie kontaminierte Nahrungsmittel zu sich, mit den bekannten Folgen.6 Doch die Befürworter der Kernenergie betrachten jede Untersuchung über die schädlichen Auswirkungen ionisierender Strahlung nur als wirtschaftliches Risiko, das man um jeden Preis verhindern muss.

Entsprechend tauchten in der Studie,
die 1991 von den Gesundheitsministerien der Ukraine, Weißrusslands und der Russischen Föderation gefordert wurde, Forschungen über mögliche Schädigungen des menschlichen Erbguts gar nicht erst auf. Obgleich diese Länder ihren Forschungsantrag bei der WHO gestellt hatten, lag die Federführung des Projekts am Ende bei der Atombehörde. Und die setzte andere Prioritäten, etwa mit einer Studie zur Entwicklung von Karies.

Dieser Interessenkonflikt hatte für hunderttausende Menschen fatale Konsequenzen, wie unabhängige Wissenschaftler und Institutionen aufgezeigt haben.(7) Dabei sind die schlimmsten Folgen noch gar nicht abzusehen, da sich die radioaktiven Isotope erst nach und nach in den inneren Organen anreichern und die Schäden am menschlichen Genom erst bei künftigen Generationen sichtbar werden.

Hunderte epidemiologischer Studien, die in der Ukraine, Weißrussland und der Russischen Föderation durchgeführt wurden, ermittelten eine signifikante Erhöhung von Krebserkrankungen jeden Typs (mit tausenden von Todesfällen), einen Anstieg der Kinder- und perinatalen Sterblichkeit sowie eine große Zahl von Spontanaborten. Hinzu kommt eine wachsende Zahl von Deformationen und genetischen Anomalien, Störungen der geistigen Entwicklung, neuropsychologischen Erkrankungen, Fällen von Blindheit, Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems, des Magen-Darm-Trakts, der Harnwege sowie Stoffwechselkrankheiten.(8)

Doch wer wird diesen Studien Glauben schenken?
Vier Monate nach Tschernobyl erklärte der Leiter für Reaktorsicherheit der IAEO, Morris Rosen: "Selbst wenn jedes Jahr ein solcher Unfall passieren würde, wäre die Kernenergie für mich weiterhin eine günstige Energiequelle".(9 )Wenn die Öffentlichkeit über die wahren Folgen der Katastrophe von 1986 Bescheid wüsste, wären alle Debatten über die Atomenergie blitzschnell beendet. Deshalb hat die WHO Angst vor den Kindern von Tschernobyl.

Jahrzehntelang haben die Lobbys der Tabakindustrie, der Agrar- und Petrochemie die Umsetzung von Gesundheits- und Umweltschutzmaßnahmen blockiert, die ihre Profite bedroht hätten. Doch die Atomlobby ist noch mächtiger: Sie hat die Regierungen der Atomstaaten hinter sich, insbesondere die USA, Großbritannien und Frankreich, sowie mächtige staatenübergreifende Organisationen. Diese staatlich gesponserte militärisch-industrielle Lobby bringt unentwegt eine Unzahl falscher Informationen in Umlauf.

Korrumpierte Wissenschaftler
sind selbst in den angesehensten Universitäten und Forschungseinrichtungen anzutreffen. In einem Leitartikel der britischen medizinischen Fachzeitschrift The Lancet werden die Universitäten als "regelrechte Unternehmen" bezeichnet, "die ihre Entdeckungen eigennützig in bare Münze umwandeln, statt ihren Status als unabhängige Forschungseinrichtungen zu verteidigen".(10) Die von wissenschaftlichen Kapazitäten unterschriebenen Expertisen über die "Sicherheit" von Nuklearanlagen werden häufig von der Atomlobby selbst in Auftrag gegeben oder finanziert oder beides.

Bekanntlich wurde auch der Treibhauseffekt von Wissenschaftlern geleugnet, die sich von Konzernen kaufen ließen. Aber während die für den Klimawandel verantwortlichen Emissionen (theoretisch) noch begrenzt werden können, ist das bei den nuklearen Abfällen der Atomenergie nicht mehr möglich. Selbst wenn man ab morgen alle Formen atomarer Nutzung einstellen würde - ihre Hinterlassenschaften würden das Leben auf der Erde trotzdem noch jahrtausendelang beeinflussen.

Die "Wissenschaft", die Informationen über Atomenergie im Allgemeinen und über die Katastrophe von Tschernobyl im Besonderen liefert, ist bei der Frage nach dem Gesundheitsrisiko zugleich Richter und Partei. Sämtliche mit Atomenergie befassten Institutionen einschließlich internationaler Organisationen wie Euratom oder bestimmter UNO-Einrichtungen funktionieren wie eine "inzestuöse, nach außen abgeschlossene Familie".(11)

Die Fehlleistungen dieser Pseudowissenschaft und ihrer Methoden reichen von der unverblümten Übertreibung bis zum subtilen Betrug.(12 )In der ersten Phase, gleich nach dem Unfall von Tschernobyl, ging es um die Fälschung und Zurückhaltung von Daten. Radioaktivitätsmessungen und Untersuchungen über Krebserkrankungen fanden einfach nicht statt. Unabhängige Forscher und Institutionen, die die Folgen der nuklearen Verseuchung aufdeckten, wurden attackiert und ihre Studien zensiert.

Tausende von Untersuchungen,
die in den drei am härtesten betroffenen Ländern Ukraine, Weißrussland und Russland entstanden waren, wurden nicht übersetzt. Und bei Fachkonferenzen blieben ganze Forschungsgebiete unberücksichtigt. Das galt zum Beispiel für Untersuchungen zu chronischen, inneren Strahlenschäden durch geringe Dosen, denen nahezu die gesamte Bevölkerung rund um Tschernobyl ausgesetzt war und noch ist.

Ein Krebspatient, der fünf Jahre überlebt, gilt als geheilt
Zur zweiten Sequenz von Fehlleistungen gehören die ausgefallenen Rechenkunststücke von Spezialisten, die eine durchschnittliche Strahlenbelastung der Bevölkerung berechnen und dabei die enormen regionalen Unterschiede unter den Tisch fallen lassen. Dafür gibt es reichlich Beispiele: Studien werden nach zehn Jahren abgeschlossen, damit die Langzeitmortalität und -morbidität nicht mehr erfasst werden muss. Ein Krebspatient, der fünf Jahre überlebt hat, wird als geheilt definiert. Eine Studie beschränkt sich auf Krebs oder erfasst nur die Überlebenden des Super-GAUs oder beschränkt sich auf die drei am meisten betroffenen Länder. Eine andere registriert die Verringerung der Krebserkrankungen bei Kindern, dabei sind diese Kinder inzwischen womöglich als Erwachsene an Krebs erkrankt.

Zwischen 1950 und 1995 ist in den USA die jährliche Rate neuer Krebserkrankungen jeden Typs um 55 Prozent gestiegen, wie das Nationale Krebsinstitut festgestellt hat. Ähnliche Tendenzen wurden auch in Europa und allen industrialisierten Ländern beobachtet. 75 Prozent dieser Neuerkrankungen gehen auf das Konto von Krebsarten, die nicht von Nikotinkonsum herrühren. Aber angeblich ist die erhöhte Krebsrate nur auf die verbesserte Diagnostik oder die insgesamt höhere Lebenserwartung zurückzuführen.(13)

Natürlich liegt die Zahl der Krebserkrankungen umso höher, je reicher und entwickelter ein Land ist. Aber das ist kein Grund, die augenscheinlichste Ursache - Umweltgifte und chemische und radioaktive Verseuchung - zu ignorieren und stattdessen, wie es die sogenannten Spezialisten tun, den Opfern ihre ungesunden Lebensgewohnheiten vorwerfen.

Heute geht es darum,
seriöse wissenschaftliche Erklärungen und wirksame Prävention zu fordern, die bei den realen Ursachen der Krankheit ansetzt. Deshalb rufen Selbsthilfegruppen zum Boykott mächtiger Wohltätigkeitsorganisationen auf, die eng mit der Pharmaindustrie und Medizintechnik verbandelt sind. Krebspatienten versuchen die wahren Verantwortlichen für die Verschleierung der Gefahren der Atomenergie vor Gericht zu ziehen.(14) Und Bürgerinitiativen kämpfen dafür, Studien zur Häufigkeit von Kinderkrebs in Auftrag zu geben.(15)

Die WHO müsste sich vor allem um zwei Dinge kümmern: um das Fehlverhalten von Wissenschaftlern und um die Verflechtung von Industrie, Universitäten und Forschungsinstitutionen. Im Januar 2007 versicherte Margaret Chan bei ihrer Wahl zur Generaldirektorin, eine der Stärken der WHO sei ihre Kompetenz im Gesundheitswesen. "Unsere Direktiven haben absolute Autorität", erklärte Chan. Das gilt allerdings nicht für den Themenbereich Radioaktivität und Gesundheit, wo die IAEO die absolute Autorität besitzt, ohne über irgendeine Kompetenz in Sachen Gesundheit zu verfügen.

Ist damit zu rechnen, dass die Mitgliedstaaten der WHO Widerstand leisten werden? The Lancet meint: "Die Regierungen haben auf nationaler und regionaler Ebene immer wieder ihre Pflicht vernachlässigt, die Interessen ihrer Bevölkerung über den Profit zu stellen".(16) Es ist höchste Zeit, endlich unabhängige und zuverlässige Untersuchungen über die gesundheitlichen Folgen der zivilen und militärischen Nutzung von Atomenergie zuzulassen. Und deren Ergebnisse dann auch ohne Einschränkungen zu veröffentlichen.


Fußnoten:

(1) Siehe Charaf Abdessemed, "Les antinucléaires font le piquet devant l'OMS", "Geneva Home Information, 6./7. Juni 2007.
(2) Die 1957 gegründete autonome Organisation unter dem Dach der UN dient als internationales Forum zur Überwachung und Koordination der friedlichen Nutzung der Atomenergie. Das WHO-IAEO-Abkommen ist seit Mai 1959 in Kraft.
(3) Das wichtigste Gremium der WHO, in dem die 193 Mitgliedstaaten vertreten sind, entscheidet über die langfristige Politik.
(4) Siehe den internationaler Aufruf im Internet: www.independentwho.info.
(5) "The Chernobyl Forum, Chernobyl's Legacy. Health, Environmental and Socio-Economic Impacts. 2003-2005", IAEA/WHO/UNDP/FAO/ UNEP/UN-OCHA/UNSCEAR/WB, Wien, April 2006; www.iaea.org/Publications/Booklets/Cher nobyl/chernobyl.pdf.
(6) Michel Fernex, "La santé: état des lieux vingt ans après", in: Galia Ackerman, Guillaume Grandazzi und Frédérick Lermarchand, "Les silences de Tchernobyl", Paris (Autrement) 2006.
(7) Pierpaolo Mittica, Rosalie Bertell, Naomi Rosenblum und Wladimir Tchertkoff, "Chernobyl: The Hidden Legacy", London (Trolley Ltd) 2007.
(8) Alex Rosen, "Effects of the Chernobyl Catastrophe - Literature Review", Januar 2006; www.ippnw. org/ResourceLibrary/Chernobyl20Rosen.pdf.
(9) "Le Monde, 28. August 1986.
(10) "The Tightening Grip of Big Pharma", in: "The Lancet, 14. April 2001, Bd. 357, Nr. 9 263, S. 1 141.
(11) Rosalie Bertell, "No Immediate Danger? Prognosis for a Radioactive Earth", Toronto (Women's Press) 1985.
(12) Siehe etwa Chris Busby, "Wolves of Water: A Study Constructed from Atomic Radiation, Morality, Epidemiology, Science, Bias, Philosophy and Death", Aberystwith (Green Audit) 2006. Wladimir Tchertkoff, "Le crime de Tchernobyl: le goulag nucléaire", Arles (Actes Sud) 2006. Permanent People's Tribunal, International Medical Commission on Chernobyl, "Chernobyl. Environmental, Health and Human Rights Implications", Wien, 12.-15. April 1996.
(13) Samuel Epstein, "Cancer-Gate. How to Win the Losing Cancer War", New York (Baywood) 2005.
(14) So wurde in Frankreich im Rahmen des Falls Tschernobyl/Schilddrüsenkrebs ein Verfahren wegen schwerer Täuschung gegen Professor Pierre Pellerin, den damaligen Direktor der zentralen Strahlenschutzbehörde, eingeleitet.
(15) Seit Jahren wird zwar eine Verbindung zwischen atomaren Anlagen und infantiler Leukämie vermutet, etwa im Umkreis der norddeutschen Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel. Doch erst seit kurzem gibt es eine vom Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlichte Kinderkrebsstudie. Siehe dazu "Süddeutsche Zeitung vom 1., 26. und 28. Februar 2008.
(16) "The Lancet, siehe" Anmerkung 10.
Aus dem Französischen von Sabine Jainski

Alison Katz vom "Centre Europe - Tiers Monde" (Cetim) in Genf arbeitete 18 Jahre für die Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Le Monde diplomatique Nr. 8530 vom 14.3.2008, Seite 17, 384 Dokumentation, Alison Katz





Wir freuen uns, zusätzlich auf unserer Homepage einen kritischen Beitrag von Dr. Michel Fernex einstellen zu dürfen, der an einem Beispiel das propagandistische Wirken der IAEO aufzeigt.



Wer schützt uns vor der IAEO?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO übt sich in vornehmer Zurückhaltung, wenn es um Strahlenrisiken geht. Das hat seinen Grund: Die WHO liess sich von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) einen Maulkorb verpassen.

Prof. Dr. med. Michel Fernex, Postfach 167,CH-4118 Rodersdorf

Die Verfassung der UN-Weltgesundheitsorganisation WHO¹ definiert 22 Pflichten, damit die Institution ihre medizinischen Ziele überhaupt erreichen kann. Unter anderem heisst es in der WHO-Verfassung:

  • "Umfassende Aufklärung, Ratschläge und Unterstützung im Bereich der Gesundheit."
  • "Förderung einer klaren Meinungsbildung in der Bevölkerung betreffend der Gesundheitsprobleme, basierend auf einer aufgeklärten Öffentlichkeit."


Im Rahmen dieser Richtlinien fand im August 1956 eine Konferenz statt, an der 20 namhafte Genetiker ihre Befunde darlegten, um vor den Konsequenzen der sogenannt friedlichen Nutzung der Atomenergie zu warnen. Schon damals war bekannt, dass ionisierende Strahlung bei vielen Lebewesen – von Bakterien bis zu den Säugetieren – Mutationen hervorruft.² In ihrer gemeinsamen Stellungnahme schrieben die Genetiker: "Das Erbgut ist das wertvollste Eigentum der Menschen. Es bestimmt das Leben ihrer Nachkommenschaft, die gesunde und harmonische Entwicklung der künftigen Generationen. Wir als Gruppe behaupten, dass die Gesundheit der künftigen Generationen durch die zunehmende Entwicklung der Atomindustrie und Strahlungsquellen gefährdert ist. (...) Wir sind auch der Meinung, dass neue Mutationen, die bei Menschen auftreten, für sie selbst wie für ihre Nachkommen schädlich sein werden."²

Der Genetiker und Nobelpreisträger Prof. H. J. Müller erwähnte an dieser Konferenz Experimente mit sehr kleinen Strahlendosen, die bezüglich der Dosiswirkungsrelation zu überraschenden Ergebnissen geführt hatten. Seither sind zahlreiche Arbeiten über die schädlichen Effekte niedriger Strahlendosen publiziert worden, die mit Experimenten zeigten, dass sehr kleine Dosen überproportionale Schädigungen auslösen. 3, 4, 5

Die Publikation zu dieser WHO-Tagung sowie die Stellungnahmen des ersten Weltkongresses für Genetik, der im selben Jahr in Dänemark stattfand, sorgten bei der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) für Unruhe. Die IAEO war offiziell gegründet worden, um weltweit die Sicherheit im Nuklearbereich zu überwachen und zu kontrollieren, sie setzt sich jedoch auch explizit für die Förderung der kommerziellen Atomindustrie ein. In ihren Statuten – die 1996 in Wien wieder zitiert wurden – heisst es: Das Hauptziel der IAEO ist "die Beschleunigung und die Förderung der Atomindustrie für den Frieden, für die Gesundheit und für das Wohlbefinden in der ganzen Welt".(6) Fast nebenbei wird in diesem Text betont, dass die IAEO auch für Gesundheitsfragen im Bereich der Atomindustrie zuständig sei.

Nach 1958 zwang nämlich die IAEO die WHO durch Verhandlungen zum Schweigen, 1959 wurde diese Vereinbarung in einem Abkommen zwischen den beiden UN-Organisationen fest geregelt. Seither werden die gesundheitlichen Risiken, die die kommerzielle Nutzung der Atomenergie allenfaslls mit sich bringt, vom Nuklearpromotor selbst "überwacht" beziehungsweise "erforscht" – und nicht mehr von unabhängigen medizinischen Behörden. Das Abkommen verfügt implizit, dass Forschungsprojekte – deren Resultate potentiell die Förderung der Atomindustrie behindern könnten – entweder gar nicht oder nur noch von der IAEO gemeinsam mit der WHO durchgeführt werden. Die IAEO fürchtet zurecht, dass sich ein aufgeklärtes Publikum der Atomenergie entgegenstellen könnte, und legt deshalb im erwähnten Abkommen fest: "Die IAEO und die WHO sind sich bewusst, dass es notwendig sein könnte, restriktive Massnahmen zu treffen, um den vertraulichen Charakter gewisser ausgetauschter Informationen zu wahren (...)." Dabei geht es vor allem darum, dass als vertraulich deklarierte Daten, die zwischen den beiden Organisationen ausgetauscht werden, auch wirklich geheim bleiben. (7)

Diese Verpflichtung zur Vertraulichkeit verstösst jedoch gegen die Statuten der WHO, die eine aufgeklärte Öffentlichkeit verlangen. Es bedeutet letztlich auch nichts anderes, als dass gemäss diesem IAEO-WHOAbkommen die Weltbevölkerung betreffend Nuklearrisiken offensichtlich vor der Wahrheit geschützt werden muss. Für die programmierten bevorstehenden Atomindustrieunfälle verheisst das: Die Bevölkerung wird noch schlechter informiert und noch schlechter geschützt als es schon bei Tschernobyl der Fall war – weil es primär darum geht, die AKW-Betreiber vor Schadenersatzforderungen zu schützen.(8)

Parallelen zur Contergan-Affäre
Nach der Einführung von Thalidomid – ein Schlafmittel und Tranquilizer (bekannt unter dem Produktenamen "Contergan") – trat Anfang der sechziger Jahre eine Epidemie von Missbildungen bei Neugeborenen auf. Ihre Mütter hatten während der Schwangerschaft Thalidomid eingenommen. Thalidomid wirkt bei Insekten, Vögeln und Säugetieren teratogen (aber nicht mutagen), das heisst, es verursacht bei Embryonen in bestimmten Entwicklungsphasen Missbildungen. Die Thalidomid-Embryopathie, die am häufigsten gekennzeichnet ist durch fehlende Glieder (Amelie oder Phocomelie), war allgemein bekannt. Medizinische Experten behaupteten jedoch in Publikationen (9) wie vor Gericht, es sei in keinem der zirka 5 000 Fälle ein kausaler Zusammenhang zwischen der Thalidomid-Einnahme und der Missbildung beweisbar. Ihr Hauptargument: "Es existiert kein Missbildungsregister, das es ermöglichen würde, statistisch zu beweisen, dass das Thalidomid die verursachende Substanz ist." Trotz des Freispruchs der Firma durch die Richter hat die Food and Drug Administration (FDA) in den USA (wo Contergan allerdings gar nie zugelassen war) danach sehr strenge Regelungen eingeführt, die weltweit übernommen worden sind: Substanzen müssen vor der klinischen Prüfung auf Teratogenizität, Karzinogenizität und besonders auf Mutagenizität getestet werden. Neue Medikamente, aber auch Insektizide, die im Bakterienmodell oder Zellkulturtest mutagene Eigenschaften aufweisen, werden eliminiert.

Würden dieselben Regeln, die für die chemische Industrie gelten, auch auf die Atomindustrie angewendet, liesse dies nur einen Schluss zu: Alle Atomanlagen müssten sofort stillgelegt werden – da alle Stadien von der Uranextraktion, über die Energieproduktion, bis hin zur Atommülldeponie mit der Freisetzung von mutagenen Radioisotopen verbunden sind.

Frisierte Studien

Die Atomlobby hindert jedoch WissenschaftlerInnen, auf diesem Gebiet zu forschen und zu publizieren, sofern ihre Ergebnisse nicht "günstig" ausfallen. J.-F. Viel (10), Professor für Epidemiologie, beschreibt, wie man jedoch auf Wunsch "günstige" Forschungsresultate produzieren kann (11): Es gibt Methoden, die es erlauben, willkürlich negative Ergebnisse zu erzielen, indem man methodologische Fehler in die Forschungsprotokolle einbaut. Indem man sich beispielsweise – wenn man die Krebshäufigkeit studieren möchte – nur auf die Mortalität (Anzahl Todesfälle) abstützt und nicht die Morbidität (Anzahl Erkrankungen) in einem Beobachtungszeitraum von beispielsweise zehn Jahren untersucht (siehe "Statistische Mogeleien"). Betrachtet man nur die Mortalität, erhält man Daten, die keinen statistisch-signifikanten Unterschied zwischen Strahlenexponierten und Nichtexponierten nachweisen lassen – mit der Morbidität könnte es jedoch ganz anders aussehen.

Mit "methodologisch frisierten" Studien können die Atombefürworter dann behaupten, es sei nichts Beunruhigendes, zum Beispiel keine erhöhte Leukämierate, gefunden worden. Und die AKW-Promotoren benutzen sie, um weitere Atomkraftwerke zu propagieren.

Studien bedürfen stets grosser finanzieller Unterstützung. Deshalb meiden die WissenschaftlerInnen das heikle Gebiet "Strahlenrisiko", um sich keinen beruflichen Schwierigkeiten auszusetzen. Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) hat dafür gesorgt, dass dies so läuft und dass es auch in Zukunft so laufen wird. Sie weiss sich von den nationalen Instanzen und Nuklearlobbies unterstützt. In Frankreich übte beispielsweise der frühere Direktor der französischen Electricité de France, M. Boiteux, der die ganze AKW-Entwicklung leitete, einen starken Einfluss auf die nationalen Gremien (C.N.R.S.) aus, die die Forschungsstipendien verteilen.

Hartnäckige WissenschaftlerInnen

Einigen wenigen, hartnäckigen, unabhängigen ForscherInnen ist es zu verdanken, dass inzwischen trotzdem statistisch gesicherte Daten über die Zunahme von Krebs und Leukämie im Umkreis von Atomanlagen vorliegen.

Auch über die medizinischen Folgen von Tschernobyl existieren – dank der beharrlichen Arbeit vor allem weissrussischer WissenschaftlerInnen – inzwischen mehrere Untersuchungen, deren Ergebnisse erschrecken. Die Krebsrate wie die genetischen Mutationen (vgl. nachfolgenden Text "Tschernobyl wütet im Erbgut") sind bereits statistisch signifikant angestiegen. Die IAEO und die WHO akzeptieren jedoch nur die Häufung von Schilddrüsenkrebs als Folge von Tschernobyl.

In Weissrussland beobachtet man aber noch ganz andere Schädigungen, über die kaum berichtet wird: Zum Beispiel haben die Autoimmunkrankheiten, wie durch Insulinmangel bedingte Zuckerkrankheit (besonders bei Kindern) und andere endokrine Störungen massiv zugenommen. Man stellt zudem Krankheitssyndrome wie neuropsychiatrische Krankheiten und Kardiomyopathien bei Jugendlichen fest. Diese Syndrome sind darauf zurückzuführen, dass in den Hirnzellen oder im Myokard das Kalium durch Cäsium-137 ersetzt wird, was zu Zellmembran-Dysfunktionen führt.(12)

Die WHO hält sich aber trotz all diesen aufrüttelnden Erkenntnissen an das von der IAEO verordnete Schweigen. Über genetische Schäden nach Tschernobyl darf nicht die Rede sein.


  • 1. Documents Fondamentaux, 40e édition, OMS, Genève 1994
  • 2. Effets génétiques des radiations chez l'homme. pp. 184, OMS Palais des Nations Genève, 1957
  • 3. Petkau A.: Radiation effects with a model Lipid Membrane. Canadian J. of Chemistry, Vol. 49, p. 1187-1196, 1971
  • 4. Burlakowa E.B.: Kleine Strah-lungsdosen, Wirkungsgesetzmäs-sigkeit und Risiko. Die wichtigsten wissenschaftlichen Referate, International Congress "The World after Chernobyl", Minsk, 1996, p105-108/Low intensity radiation: radiological aspects. Radiation protection Dosimetry, Vol 62, No 1/2 p. 13-18, 1995; Nuclear Technology Publishing, 1995
  • 5. Stewart A.M. : Low Dose Radiation: The Hanford Evidence, Lancet, No 8072, p. 1048-1849, 1978
  • 6. One Decade After Chernobyl. Summing up the Consequences of the Accident, Building of the IAEA, Proceedings of an International Conference, Vienna, pp 555, 8.-12. April 1996
  • 7. Die zitierten Paragraphen des Abkommens findet man in den "Documents de Base", vgl. Fussnote 1
  • 8. Permanentes Völkertribunal. Tschernobyl. Auswirkung auf Umwelt, Gesundheit und Menschenrechte, Wien, Österreich, 12-15. April 1996. Buch erhältlich bei der Bundesarbeits-gemeinschaft "Den Kindern von Tschernobyl in Deutschland e.V.", ESG-Haus, Breul 43, 48143-Münster; Fax.: +49- 2501-27417.
  • 9. Hartlmaier K.M.: Es geht nicht nur um Contergan. Am 1. Mai beginnt der grosse Prozess – Er betrifft grundsätzliche Fragen. Zahnärztliche Mitteilungen, Nr. 9, p 427-429, 1968
  • 10. Viel publizierte 1997 eine aufsehenerregende Studie über Leukämie in der Umgebung von La Hague; Viel J.F., Pobel D. (1997): Case control study of leukaemia among young people near La Hague nuclear reprocessing plant: the environmental hypothesis revisited, in British Medical Journal, 314, p. 101–106
  • 11. Viel J.F., Conséquences des essais nucléaires sur la santé: quelles enquêtes épidémiologiques? Médecine et guerre Nucléaire, Vol. 11, p 41-44, janv.-mars 1996/Monographie à paraître à "La Découverte" en février 1998
  • 12. Bandazhevsky Y.I. & Lelevich V.V.: Clinical and experimental aspects of the effect of incorporated radionucleides upon the organism. Monography, Gomel State Medical Institute, p. 128, 1995



United Nations UN /IAEA: Fukushima & Chernobyl & Nuclear Lobbyists



The WHO's massive dependence on the lobby organization IAEA became clear after the Chernobyl accident. Likewise, after Fukushima, it has become the main task of the IAEA to downplay and de-emphasize the reactor meltdowns. The IAEA is not an objective nuclear watchdog, rather it’s a skillfully disguised organization of the nuclear industry inside the UN that massively influences the WHO.



Dear Sir or Madam,

Please copy the important letter below and mail it to the United Nations Secretary-General, Mr. Ban Ki-Moon.

Yours sincerely,
Axel Mayer, Friends of the Earth Germany, BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein




To UN Secretary-General
Ban Ki-Moon
United Nations Plaza
First Avenue at 46th Street
New York NY 10017
USA

Downplaying of the Fukushima catastrophe by the UN

07.10.2013

Dear Mr. Secretary-General Ban Ki- moon,

We raise a complaint about the United Nations' purposeful downplaying of the Fukushima disaster and about the increasing influence of the nuclear industry lobby on your organization which we highly value in other respects.

The following excerpt of a newspaper article strikingly shows the influence of the nuclear industry lobby:
“According to UN evaluation, people will neither die nor develop more cancers as a consequence of the Fukushima atomic accident. The catastrophe of March 2011 has no direct health consequences, states a first comprehensive examination by the United Nations”, global media reported on May 31, 2013. Further: “The assertions of the report are mainly based on calculated models, environmental measurements and partly on medical examinations of victims.”

These reports were distributed world-wide without closer review and examination. This has probably been the nuclear industry lobby's most successful green washing campaign for centuries.

Those who argue that “people will neither die nor develop more cancers as a consequence of the Fukushima atomic accident,” are telling lies.

On February 28, 2013, the nuclear-friendly World Health Organization (WHO) announced that they don't expect a “measurable” increase of cancer risk for the general public as a consequence of the Fukushima nuclear disaster.

Shortly thereafter, on March 6, 2013, the nuclear-critical organization International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW) stated that 20,000 to 80,000 cancer cases caused by external exposure and 18,000 to 37,000 cases caused by contaminated food are expected.

On August 20, 2013, the Fukushima investigative committee released a report that counted 18 children in the Fukushima prefecture diagnosed with thyroid cancer since the disaster, and 26 children with potentially malignant thyroid conditions. The Japanese Government revised the report on the same day to 12 cancers without mentioning the reason for the change.

The downplaying of reactor accidents is an established method within the International Atomic Energy Agency (IAEA) and the WHO is suppressed by agreements with the IAEA. IAEA staff is interspersed with nuclear industry lobbyists who have a strong interest in a safe and therefore smooth operation of nuclear plants on the one hand, and on the other hand are obligated to understate hazards, risks and accidents.

It is therefore not surprising that, after the catastrophes of Fukushima and Chernobyl, it became an important goal of the IAEA to prevent an economic setback for the nuclear industry. For that reason, the responsible persons in the IAEA provoke a purposeful deception of the consequences of the Fukushima disaster for health, environment and agriculture. The influential power of the nuclear industry lobby on UN organizations such as IAEA and WHO is profoundly alarming.

The United Nations are losing their trustworthiness.
The WHO's massive dependence on the lobby organization IAEA became clear after the Chernobyl accident. Likewise, after Fukushima, it has become the main task of the IAEA to downplay and de-emphasize the reactor meltdowns. The IAEA is not an objective nuclear watchdog, rather it’s a skillfully disguised organization of the nuclear industry inside the UN that massively influences the WHO.

Therefore, we request from you to retrieve the credibility of the UN and assert your influence against the power of the nuclear industry.
For this reason, the oppressive agreement ”WHA 12-40” of 1959 between the IAEA and WHO concerning nuclear health consequences should be voided.

Sincerely,








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Dieser Artikel wurde 4560 mal gelesen und am 3.4.2014 zuletzt geändert.