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Vögel füttern im Winter (Winterfütterung, Vogelfutter...)

05.02.2011















Links: Grünfink an Futterhäuschen,
Rechts: Blaumeise an Futterhäuschen

Quelle: BUND Lemgo


Auch in Zeiten des Klimawandels
wird es zwar seltener, aber dennoch immer wieder auch kalte Winter mit viel Eis und Schneefall geben. In diesen kalten Wintern ist die Fütterung der Vögel eine gute Möglichkeit Natur zu beobachten, Kinder an die Vogelwelt heranzuführen - und einigen häufig vorkommenden Vogelarten nützt die Winterfütterung auch tatsächlich, zum Beispiel den körnerfressenden Finken wie Buchfink oder Grünfink.

In Deutschland brüten etwa 250 Vogelarten
regelmäßig, dazu kommen noch die gefiederten Durchzügler und Wintergäste. Doch nur etwa 8 % der deutschen Brutvogelarten kommen zu Futterhäuschen und profitieren von der Winterfütterung. Die Vögel, die sich dann meist im häuslichen Garten einfinden, sind die, die recht häufig vorkommen. Der starke Rückgang vieler Vogelarten ist nicht auf den winterlichen Nahrungsengpass, sondern auf die großflächige Naturzerstörung, auf das Verschwinden traditioneller Kulturlandschaften (z.B. Heiden, Streuwiesen, ...), Flächenverbrauch, Monokulturen und Agrargifte zurückzuführen. Gerade die typischsten heimischen Vögel wie Feldlerche oder Wachtel sind durch den Wegfall von Brachflächen akut gefährdet. Diesen Arten hilft die Fütterung gar nicht, sondern eher engagierter Naturschutz.

Den tatsächlich bedrohten Vogelarten in Deutschland bringt die Winterfütterung nicht viel, sie schadet aber auch nicht wenn sie richtig durchgeführt wird. Gefüttert werden sollte, wenn überhaupt, nur in den härtesten Wintermonaten bei Frost oder geschlossener Schneedecke.


Nachhaltiger helfen Sie Vögeln,
wenn Sie sich für die bedrohte Natur vor Ihrer Haustür engagieren und in Ihrem Garten im Herbst Stauden stehen lassen, heimische Gehölze pflanzen, Kompost- oder Laubhaufen anlegen und einfach ein wenig „Mut zur kleinen Wildnis“ haben. Naturnahe oder extensiv genutzte Flächen bieten den bei uns überwinternden Vögeln reichlich Nahrung und Lebensraum. Samen von Wildkräutern, Früchte von heimischen Gehölzen und Insekten, deren Eier und Larven in der Rinde alter Bäume oder in hohlen Pflanzenstengeln überwintern, sind die natürliche Nahrung heimischer Vögel im eigenen Garten.
Bauanleitungen für Vogelnistkästen finden Sie hier: http://www.bund-rvso.de/nistkasten-meise-hoehlenbrueter.html

Ganz wichtig ist die Winterfütterung
allerdings, um Kinder an die Natur heranzuführen. Mit dem winterlichen Vogelhäuschen und dem Bau von Nistkästen schaffen Sie es, Kindern eine unserer faszinierendsten Tiergruppen näher zu bringen, denn eine Futterstelle und ein Nistkasten im Garten bieten die Gelegenheit zu eindrucksvollen Beobachtungen. So wird die Liebe zur Natur und zur Vogelwelt geweckt und die Artenkenntnis und Beobachtungsfähigkeit gefördert. Aus vielen „kleinen Vogelschützern“ wurden schon engagierte Natur- und Umweltschützer. Darum gehören Futterhäuschen und Nistkästen auch in jeden Kindergarten und in die Gärten von Schulen.

Richtig füttern
Auf keinen Fall sollten Sie gesalzene oder gewürzte Essensreste verfüttern – sie können für Vögel tödlich sein. Das Futterhaus sollte katzensicher sein und sauber gehalten werden, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Es sollte so gebaut sein, dass kein Vogelkot das Futter verunreinigen kann. Das Futter sollte darum auch nicht auf den Boden geworfen werden. Es vermischt sich sonst mit dem Kot der Vögel und kann besonders bei mildem Wetter und hohen Vogeldichten zu tödlichen Vogelkrankheiten (Salmonellen) führen. Gut sauber zu halten sind Futtersilos. Hier ist die Gefahr von Infektionen wesentlich geringer. Besser sind zur Vermeidung von Ansteckungen auch mehrere kleine als eine große Futterstelle. Achten Sie darauf, kein Körnerfutter mit Samen des Traubenkrauts (Ambrosia) zu kaufen; es ist für uns Menschen hoch allergen und breitet sich derzeit aggressiv aus.

Gut geeignet zum Füttern
    - sind Sonnenblumenkerne, Hanf, Fett-Kleie-Gemische, Haferflocken, Obst, Rosinen, Wildbeeren, Futterringe und Futterknödel, Rinderfett oder Rindertalgstücke.
    - für Arten, die lieber Weichfutter mögen, wie Amsel oder Rotkehlchen, können auch Haferflocken gestreut oder Äpfel ausgelegt werden. Auch angefaultes oder schrumpeliges Obst ist für manche Vogelarten ein Leckerbissen.
    - zusätzliches Wasser brauchen die Vögel im Winter nicht, ihnen genügen Schnee und Rauhreif.
    Über der winterlichen „Leidenschaft zur kleinen Schöpfung“ sollte die „große Natur“ nicht vergessen werden. Vögel füttern, Nistkästen bauen und gleichzeitiges Engagement für die bedrohte Natur und Mitwelt. Das ist unsere Aufgabe.

Axel Mayer


Eine lesenswerte, umfangreiche und sehr qualifizierte Hintergrundinformation zum Thema Winterfütterung für Vögel finden Sie hier:
http://www.lbv.de/fileadmin/www.lbv.de/service/Naturschutztipps/winterfuetterung.pdf


Eigenes Winterfutter herstellen:

Rindertalg, kleingeschnitten und erhitzt, mit etwas Salatöl, um dem Brüchigwerden des Talges vorzubeugen, mischen und nach dem Ausschmelzen Weizenkleie im Verhältnis 1:1 oder 2:1 von Fett zu Kleie dazumischen. Das Ergebnis ist eine bröselige Masse, welche von allen Vogelarten gefressen wird.




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Dieser Artikel wurde 20912 mal gelesen und am 25.1.2017 zuletzt geändert.