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Vögel, Verkehr, Straßen & Autobahn: Vogeltod durch Vogelschlag im Verkehr


Vögel, Verkehr, Straßen & Autobahn: Vogeltod durch Vogelschlag im Verkehr



Windräder töten Vögel und Fledermäuse. Das ist so, das wird in der Öffentlichkeit und den Medien heftig diskutiert und in einer Zeit, in der manche Vogelarten bedroht sind, ist jeder getötete Vogel (insbesondere die bedrohten Arten!) einer zu viel.

Dennoch ist es erstaunlich, dass die über 18 Millionen Vögel, die jährlich in Deutschland an Glas und Glasscheiben sterben, kein öffentliches Thema sind. Auch zu den wesentlich massiveren Schäden durch Vogelschlag im Straßenverkehr und entlang von Bahn- und Hochspannungstrassen, zur Bedrohung der Vogelwelt durch Agrargifte und Naturzerstörung gibt es keine Debatte.

Vogelschlag im Verkehr an Straßen und Autobahnen
Wer mit dem Auto unterwegs sein muss, der sieht "links und rechts der Autobahn" erschreckend viele tote Vögel, darunter viele große Greifvögel. Zu diesem Thema sind wir kaum auf konkrete, belastbare Zahlen gestoßen. Eine Literaturstudie aus dem Jahr 2004 liefert nähere Informationen zu der Wirkung von Straßen auf die Mortalität von Vögeln:

"Es gibt eine Vielzahl an Wirkungen von Straßen, welche die Mortalität von Vögeln beeinflussen. Da die Opferraten von Vögeln, die durch den Straßenverkehr umkommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit im mittleren zweistelligen Millionenbereich anzusiedeln sind, ist der Verkehr als Massenvernichtungsmittel für Vögel anzusehen. […]

Direkte Gefährdung durch den Verkehr kommt durch die Lage und Linienführung zustande. Da Vögel die Straße auf der Höhe ihres Lebensraumes überqueren, kann die Lage auf einem Damm oder in einem Einschnitt die Gefährdung beeinflussen. Reichen Straßenrandbepflanzungen bis an den Fahrbahnrand, ist die Übersichtlichkeit nicht gegeben und Vögel haben keine Chance auf den Verkehr zu reagieren. Strukturreichtum fördert den Aufenthalt von Vögeln nahe der Straße, was negativ zu beurteilen ist. Außerdem ist die Straße an sich attraktiv durch gutes Nahrungsangebot an Körnern, Insekten und Kadavern, was vielen Vögeln zum Verhängnis wird.

Die häufigsten Verkehrsopfer sind die kulturfolgenden Arten. Hier sind Amsel, Rotkehlchen, Buchfink und Goldammer zu nennen. In Abhängigkeit von den jeweiligen Biotopen am Straßenrand, können aber auch seltene Arten betroffen sein.
Die Häufigkeitsverteilung der Todfunde hängt stark mit der jahreszeitlichen Aktivität der Art zusammen. Es gibt drei Spitzen im Jahresverlauf. Diese fallen auf die Balz im Frühjahr, die Brut- und Fütterungszeit im Sommer und den Herbstzug.
Die Verkehrsdichte wie auch die Geschwindigkeit haben beträchtlichen Einfluss auf den Straßentod von Vögeln. Einzelne schnelle Fahrzeuge wirken sich gravierender aus als hohe Verkehrsdichte. Es gelingt nur wenigen Arten, wie z.B. Rabenvögeln und Bachstelzen, auf den Verkehr zu reagieren und rechtzeitig zu flüchten.

Indirekte Gefährdungsursachen kommen durch den Flächenverbrauch, Zerschneidung, Barrierewirkung und die Immission von Schadstoffen zustande. Sie resultieren in einer Verminderung der Habitatqualität. Die Gesamtproduktion pro Flächeneinheit wird durch Störungen eingeschränkt, so dass der Straßenrand als Verschleißzone zu betrachten ist. Die Besiedelung hängt vom Überschuss in Lieferhabitaten ab.“

Quelle: Sandra Henze "Mordende Straßen - Ist Straßenverkehr ein Massenvernichtungsmittel für Vögel? Eine Literaturstudie zur Wirkung von Straßen auf die Mortalität von Vögeln.", Jahr: 2004
Ähnliche Quelle: Hier.


Der BUND Oberberg schreibt zu diesem Thema:
"Nach einer Übersicht [...] sind besonders kollisionsgefährdete Vogelarten, die aus großer Entfernung Straßen anfliegen können: Eulen aller Arten, Rotmilan, Seeadler, Schreiadler, Habicht, Turmfalke, Schwarzmilan, Mäusebussard und Ziegenmelker.

Genaue Zahlen werden nicht aufgeführt. Schätzungen ( BN in Bayern, Artenschutzreferent ) liegen bei unserem Straßennetz von 600.000 Kilometer bei jährlich 10 Millionen Vogelopfer im Straßenverkehr. Im Schienenverkehr ( Eisenbahn-Bundesamt/Hinweise zur ökologischen Wirkungsprognose ) liegen Verlusthochrechnungen mit der Abtragsrate noch höher. Der Vergleich zwischen der Mortalitätsrate durch Züge und den durch Kfz. macht deutlich, dass die Opferzahlen im Schienenverkehr deutlich höher liegen, als dies bei Vergleich der Streckenlänge beider Verkehrsträger zu erwarten wäre. Tatsächlich liegen die Daten teilweise gleichauf, obwohl das Straßennetz eine höhere Netzlänge aufweist. Demnach machte die Schleiereule 50 % der erfassten Bahnopfer aus, Singvögel 27 %, Greifvögel 5 %, Enten 4 % und Möwen 2 %."
Quelle: Hier.



Der BUND am Südlichen Oberrhein hat die vielen unterschiedlichen Ursachen für Vogelschlag und Vogelsterben zusammengetragen.







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Dieser Artikel wurde 1250 mal gelesen und am 20.9.2017 zuletzt geändert.