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Wanderfalken am Kühlturm des AKW Leibstadt 2018: Greenwash & Propaganda

10.06.2018

Wanderfalken am Kühlturm des AKW Leibstadt 2018: Greenwash & Propaganda


Auch im Frühjahr 2018 brüten wieder Wanderfalken am Kühlturm des AKW Leibstadt in der Schweiz.
"So süss sind die frisch geschlüpften Wanderfalken-Küken vom Kernkraftwerk", titelte 2017 die Aargauer Zeitung in ihrem Bericht über das Falkennest der Wanderfalken am Kühlturm des AKW-Leibstadt und auch viele andere Medien berichten Jahr für Jahr unkritisch über das schöne Naturschauspiel.


Doch warum haben die Betreiber
des grenznahen Atomkraftwerks Leibstadt unter großen Mühen das Nest ausgerechnet am Kühlturm befestigt, nachdem die Falken erst auf einer Positionslampe gebrütet hatten? Und warum die intensive Medienarbeit zu diesem Naturschutzthema?
Die Öffentlichkeitsarbeit der Schweizer Atomlobby ist perfekt. In der direkten Demokratie der Schweiz muss die PR gut sein. Es gilt: Je direkter die Demokratie, desto besser die Atompropaganda. Äußerst erfolgreich wird das positive, wilde, naturnahe Image des Wanderfalken auf das gefährliche, alte AKW vom Reaktortyp Fukushima übertragen.


Die Nutzung
der Atomenergie in Leibstadt ist eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Umweltbelastend, krank machend und sogar tödlich sind die Folgen des Uranabbaus, der Urananreicherung und die Herstellung der Brennelemente. Im so genannten Normalbetrieb gibt das Atomkraftwerk Leibstadt krebserzeugende Radioaktivität an die Umwelt ab. Ein jederzeit möglicher schwerer Unfall oder Terroranschlag kann das Leben und die Gesundheit von hunderttausenden Menschen in Gefahr bringen und große Gebiete dauerhaft unbewohnbar machen. Die Macht und der Einfluss der Schweizer Atomkonzerne auf die Politik ist undemokratisch, aber Propaganda und Greenwash sind perfekt. Nicht nur mit Falken am Kühlturm versuchen sie von den Gefahren des AKW abzulenken. Der heute im AKW Leibstadt produzierte Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert ("End"-Lagersuche in der Schweiz) werden und gefährdet das Leben zukünftiger Generationen auf dieser Erde.

Die Falken am Kühlturm des Atomkraftwerks
passen gut in die Zeit und die aktuellen PR- und Greenwash-Strategien der großen Atomkonzerne und anderer umweltbelastender Firmen. Atomkraftwerke bekommen immer noch Umweltzertifikate, wie EMAS und ISO 14001. Bei einigen dieser EMAS- "Umwelt"-Zertifikate geht es nicht um das Wohl der Umwelt, sondern um Greenwash, die satten Gewinne der Zertifizierer und einer sich selbst erhaltenden Zertifizierungsindustrie.

Eine Blüte der Desinformation und des Greenwash erleben wir im Zusammenhang mit Klimawandel und Atomenergie.
„Es gibt keine menschengemachte Klimaveränderung“, war eine der vielen Werbeaussagen der PR-Firma Burson Marsteller im Auftrag der Öl- und Kohlekonzerne in den USA. „Wegen der drohenden Klimaveränderung brauchen wir unbedingt mehr Atomkraftwerke“, war die gegensätzliche Werbebotschaft von Burson Marsteller, denn die industriellen Meinungsmacher arbeitete lange Jahre auch für die Schweizer Atomkonzerne.

Das "schönste" aller Ablenkungsmanöver aber ist tatsächlich der Nistkasten für Wanderfalken am Kühlturm des AKW Leibstadt. Erfolgreich wird das positive, naturnahe Image des Wanderfalken auf das gefährliche, alte AKW übertragen. Leider gibt es immer noch Naturschützer die diesen Zusammenhang nicht sehen und sich von der Atomlobby instrumentalisieren lassen

Die Umweltbewegung, sowie die Medien, setzen sich zu wenig mit den neuen, geschickten Durchsetzungsstrategien auseinander.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident Atomschutzverband TRAS

Mehr Infos: Gefahren und Risiken des AKW Leibstadt


Wanderfalken am Kühlturm des AKW Leibstadt: Greenwash & Propaganda







Aktueller Einschub



Atomkraft Schweiz: Käufliche Liebe am Hochrhein?


Auch im Jahr 2018 geht im Rahmen "politischer Landschaftspflege" ein strahlend-warmer Geldregen auf die Umgebungsgemeinden des AKW Leibstadt nieder, wie Medien aktuell berichten.

Die Atomkatastrophen (nicht nur) in Fukushima und Tschernobyl haben die verheerenden Auswirkungen von Atomkraftwerken auf die Menschen und Gemeinden im näheren und weiteren Umfeld der AKW gezeigt. Ein schwerer Atomunfall oder ein Anschlag auf das AKW Leibstadt könnte die Schweiz und die Region am Hochrhein unbewohnbar machen. Doch auch im sogenannten Normalbetrieb sind AKW gefährlich. Das AKW Leibstadt gibt über den Kamin, das Maschinenhaus und das Abwasser radioaktive Stoffe an die Umwelt ab. Jede noch so geringe radioaktive Strahlung kann Krebs auslösen.

Um Menschen, Gemeinden und Vereine mit diesem Hochrisikonachbarn zu "versöhnen und zu kaufen" geht bei fast allen AKW weltweit ein Geldregen auf die Nachbargemeinden nieder. Gerade die Schweiz ist in Sachen Akzeptanzbeschaffung besonders perfekt. Mit Geld soll Stimmung, Meinung und Demokratie gekauft werden.

Der BUND empfiehlt den deutschen Gemeinden das strahlende Geld zum Schutz ihrer BürgerInnen und für die Abschaltung der AKW in Beznau und Leibstadt zu verwenden. Der Katastrophenschutz muss optimiert werden und die Klagen des Atomschutzverband TRAS gegen die atomaren Gefahren könnten damit unterstützt werden.








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Dieser Artikel wurde 1398 mal gelesen und am 30.9.2018 zuletzt geändert.