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Wanderfalken am Kühlturm des AKW Leibstadt 2019: Greenwash & Propaganda

10.06.2018

Wanderfalken am Kühlturm des AKW Leibstadt 2019: Greenwash & Propaganda


Auch im Frühjahr 2018 brüten wieder Wanderfalken am Kühlturm des AKW Leibstadt in der Schweiz.
"So süss sind die frisch geschlüpften Wanderfalken-Küken vom Kernkraftwerk", titelte 2017 die Aargauer Zeitung in ihrem Bericht über das Falkennest der Wanderfalken am Kühlturm des AKW-Leibstadt und auch viele andere Medien berichten Jahr für Jahr unkritisch über das schöne Naturschauspiel.


Doch warum haben die Betreiber
des grenznahen Atomkraftwerks Leibstadt unter großen Mühen das Nest ausgerechnet am Kühlturm befestigt, nachdem die Falken erst auf einer Positionslampe gebrütet hatten? Und warum die intensive Medienarbeit zu diesem Naturschutzthema?
Die Öffentlichkeitsarbeit der Schweizer Atomlobby ist perfekt. In der direkten Demokratie der Schweiz muss die PR gut sein. Es gilt: Je direkter die Demokratie, desto besser die Atompropaganda. Äußerst erfolgreich wird das positive, wilde, naturnahe Image des Wanderfalken auf das gefährliche, alte AKW vom Reaktortyp Fukushima übertragen.


Die Nutzung
der Atomenergie in Leibstadt ist eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Umweltbelastend, krank machend und sogar tödlich sind die Folgen des Uranabbaus, der Urananreicherung und die Herstellung der Brennelemente. Im so genannten Normalbetrieb gibt das Atomkraftwerk Leibstadt krebserzeugende Radioaktivität an die Umwelt ab. Ein jederzeit möglicher schwerer Unfall oder Terroranschlag kann das Leben und die Gesundheit von hunderttausenden Menschen in Gefahr bringen und große Gebiete dauerhaft unbewohnbar machen. Die Macht und der Einfluss der Schweizer Atomkonzerne auf die Politik ist undemokratisch, aber Propaganda und Greenwash sind perfekt. Nicht nur mit Falken am Kühlturm versuchen sie von den Gefahren des AKW abzulenken. Der heute im AKW Leibstadt produzierte Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert ("End"-Lagersuche in der Schweiz) werden und gefährdet das Leben zukünftiger Generationen auf dieser Erde.

Die Falken am Kühlturm des Atomkraftwerks
passen gut in die Zeit und die aktuellen PR- und Greenwash-Strategien der großen Atomkonzerne und anderer umweltbelastender Firmen. Atomkraftwerke bekommen immer noch Umweltzertifikate, wie EMAS und ISO 14001. Bei einigen dieser EMAS- "Umwelt"-Zertifikate geht es nicht um das Wohl der Umwelt, sondern um Greenwash, die satten Gewinne der Zertifizierer und einer sich selbst erhaltenden Zertifizierungsindustrie.

Eine Blüte der Desinformation und des Greenwash erleben wir im Zusammenhang mit Klimawandel und Atomenergie.
„Es gibt keine menschengemachte Klimaveränderung“, war eine der vielen Werbeaussagen der PR-Firma Burson Marsteller im Auftrag der Öl- und Kohlekonzerne in den USA. „Wegen der drohenden Klimaveränderung brauchen wir unbedingt mehr Atomkraftwerke“, war die gegensätzliche Werbebotschaft von Burson Marsteller, denn die industriellen Meinungsmacher arbeitete lange Jahre auch für die Schweizer Atomkonzerne.

Das "schönste" aller Ablenkungsmanöver aber ist tatsächlich der Nistkasten für Wanderfalken am Kühlturm des AKW Leibstadt. Erfolgreich wird das positive, naturnahe Image des Wanderfalken auf das gefährliche, alte AKW übertragen. Leider gibt es immer noch Naturschützer die diesen Zusammenhang nicht sehen und sich von der Atomlobby instrumentalisieren lassen

Die Umweltbewegung, sowie die Medien, setzen sich zu wenig mit den neuen, geschickten Durchsetzungsstrategien auseinander.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident Atomschutzverband TRAS

Mehr Infos: Gefahren und Risiken des AKW Leibstadt


Wanderfalken am Kühlturm des AKW Leibstadt: Greenwash & Propaganda







Aktueller Einschub:
Mühleberg: Stilllegung des Schweizer AKW


Am 20. Dezember 2019 wird der Betrieb des maroden und gefährlichen AKW Mühleberg endgültig eingestellt.

Das Atomkraftwerk, in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut, bei dem schon 1991 Risse im Kernmantel festgestellt wurden und das mit einer Behelfskonstruktion dennoch weiterbetrieben wurde, ist damit das erste kommerzielle Atomkraftwerk der Schweiz, das endgültig abgeschaltet wird.

Nach der Schließung im Dezember häuft sich das atomare Risiko in der Grenzregion am Hochrhein.

Dort stehen dann die letzten vier Schweizer AKW. Das AKW Leibstadt hat einen störanfälligen Siedewasserreaktor und in Beznau läuft das älteste und damit eines der gefährlichsten AKW der Welt. Im grenznahen Würenlingen steht das große "Atomforschungszentrum" der Schweiz, ein atomares Zwischenlager für leicht, mittel- und hochradioaktiven Müll und eine Castorhalle wie in Gorleben. Dazu kommt in Würenlingen ein Verbrennungsofen für radioaktiven Müll mit einem hohen Schornstein für radioaktive Abgase. Und wo sucht die Nationale Genossenschaft zur Lagerung radioaktiver Abfälle, NAGRA, nach einem Endlager für hochradioaktiven Müll? Selbstverständlich wieder im Grenzgebiet am Hochrhein und es gibt viele Hinweise, dass dieses Endlager im grenznahen Züricher Weinland auch realisiert werden soll, obwohl die dortigen "endlagerfähigen" Gesteinsschichten im internationalen Vergleich extrem dünn sind.












"Die Wahrheit", Warnungen & Hinweise 2019:
  • 1) Diese regionalen BUND-Internetseiten sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleiner werdende Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
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  • 3) Im Zweifel ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer
Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht von selber kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafener Nacht)




Wichtiger "Nachtrag": Klima-Streik am 20. September 2019 / Global & Regional!


Und es ist leider auch nötig einige Friedens-Fahnen zu den großen Demos mitzunehmen.

Auch Vorstand und Geschäftsführung des BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein rufen alle Menschen dazu auf, sich am Klimastreik zu beteiligen!
Einen globalen Klimastreik zu organisieren ist schwierig. Er wird nicht kommen wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht!
Mehr Infos: Klima-Streik










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Dieser Artikel wurde 2301 mal gelesen und am 26.4.2019 zuletzt geändert.