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Wespen, Wespennest & Wespenstich: Einige BUND-Infos

Inhalt:
Sind Wespen nur gefräßige Plagegeister?
Der richtige Umgang mit Wespen
Wespennest! Was tun?
Probleme mit einem Nest
Was tun bei einem Wespenstich?
Rechtliches
Wespenexperten in Freiburg


Einleitung

Wer kennt es nicht, man sitzt gemütlich im Garten beim Grillen und plötzlich tauchen „nicht eingeladene“ Gäste in schwarz-gelben Kostümen auf. Nein, dabei handelt es sich nicht um BVB-Fans, sondern um Wespen. Aber keine Sorge, die weit verbreitete Angst vor den nützlichen Insekten ist unbegründet. Das Bild der Wespen und Hornissen wird häufig von Vorurteilen und Halbwissen geprägt. Diese BUND-Informationsseite will mit Vorurteilen aufräumen und Ihnen einen kurzen Einblick in das Leben und den richtigen Umgang mit diesen Insekten geben.


Hornisse
Die Familie der Faltenwespen (Vespidae) umfasst etwa 4000 Arten, wovon ca. 100 in Mitteleuropa vorkommen. Zu den bekanntesten Vertretern zählen die Hornisse, die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe.
Man unterscheidet zwischen zwei Unterfamilien, den Echten Wespen und den Solitären Faltenwespen.
Zu den Echten Wespen zählen u.a. die bereits genannte Hornisse, die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Die staatenbildenden Wespenarten sind in der Regel Echte Wespen. Bei staatenbildenden Wespen überwintern nur die Königinnen, die dann im nächsten Jahr einen neuen Staat gründen.
In Mitteleuropa gibt es 11 Echte Wespenarten, wovon jedoch nicht alle staatenbildend leben, sondern manche zu einer sozialparasitären Lebensart übergegangen sind. Sozialparasitäre Wespen dringen in ein Nest ein, versuchen die Königin zu töten und übernehmen bei Erfolg den Staat.
Solitäre Faltenwespen bauen hingegen meist kleine Brutkammern aus Lehm oder graben sie in Lösswände. Sie sind nicht staatenbildend.


Sind Wespen nur gefräßige Plagegeister?


Wohl kaum. Von den vielen Wespenarten, die in Deutschland vorkommen, gerät der Mensch nur mit zweien in Konflikt. Dabei handelt es sich um die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Diese Arten werden von dem reichhaltigen Nahrungsangebot, das z.B. ein Grillfest oder der Nachmittags-Kaffee-Plausch bietet, angezogen und teilen unsere Vorliebe für süße Speisen und Getränke, aber auch Fleisch. Verhält man sich jedoch richtig, werden die Tiere erst gar nicht angelockt und die Gefahr eines Stiches wird auf ein Minimum reduziert. Alle anderen in Mitteleuropa vorkommenden Wespenarten, u.a. auch die Hornisse, geraten selten mit dem Menschen zusammen. Wespen sind überaus nützliche Tiere, sie sind hervorragende Schädlingsbekämpfer. Wespen jagen enorme Mengen an Insekten und anderen Kleintieren. Einige individuenreiche Staaten, wie die der Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe oder auch der Hornisse, jagen für ihre Brutaufzucht täglich bis zu einem halben Kilogramm verschiedenster Insekten und anderer Kleintiere.


Der richtige Umgang mit Wespen:


Wespen sind ein wichtiger Teil unserer Umwelt, von der wir uns immer mehr entfremdet haben. Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln können wir dafür sorgen, dass Mensch und Wespe erst gar nicht in Konflikt miteinander geraten.

  • Decken Sie (wenn möglich) offen liegende Lebensmittel, insbesondere Fleisch und süße Sachen, immer ab. Damit vermeiden Sie, die Tiere überhaupt anzulocken.
  • Trinken Sie aus Flaschen mit Hilfe eines Strohhalms. Eine Wespe, die sich in eine Flasche verirrt, ist leicht verschluckt, was unangenehme Folgen haben kann. – Suchen Sie bei einem Stich in Rachenraum unbedingt einen Arzt auf, durch Schwellung des Rachenraums kann es zu Atemproblemen und Erstickung kommen.
  • Süße Essensreste auf Mund und Fingern locken Wespen an. Die Wespen werden auch von Parfüm, Cremes oder bunter Kleidung angezogen.
  • Fallobst zieht viele Wespenarten an. Entfernen Sie also ggf. herumliegendes Fallobst.
  • Wespen fliehen, wenn sie sich nicht in der Nähe ihres Nestes befinden. Von einzelnen Wespen geht also kaum eine Gefahr aus, wenn man die folgenden Verhaltensregeln beachtet. Sollte eine Wespe auf ihrer Kleidung landen, bleiben sie ruhig, sie wird sich nur kurz ausruhen und bald wieder weiter fliegen. Selten kommt es auch vor, dass sich einzelne Tiere unter die Kleidung verirren. Bewahren Sie auch hier Ruhe, klemmen Sie die Tiere nicht ein und warten Sie, bis sie wieder aus der Kleidung gekrabbelt ist.

Grundsätzlich gilt: Wespen haben nicht die Absicht, zu stechen. Sie wehren sich erst dann, wenn sie sich bedroht fühlen. Vermeiden Sie heftige Bewegungen, schlagen Sie nicht nach Wespen oder reizen Sie sie nicht auf andere Weise.
 
 

Wespennest! Was tun?


Wespennester sind ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems, mit denen man in den meisten Fällen problemlos leben kann. Viele Menschen habe heute ihren Bezug zu Naturerscheinungen, wie einem Wespennest, verloren. Dabei wird oft der Nutzen von solchen Erscheinungen vergessen. Gerade Wespen sind, wie bereits erwähnt, hervorragende Schädlingsbekämpfer.

In der Mehrzahl der Fälle wird man auf das Nest erst im Spätsommer aufmerksam, zum „Höhepunkt des Wespenjahres“. Die Nester der Gemeinen Wespe und der Deutschen Wespe können bis in den November hinein aktiv sein. Die Nester der meisten anderen Arten gehen schon früher ein.
Die Größe eines Nestes und Anzahl der Individuen darin variiert von Art zu Art. Die größten Nester bauen die Gemeine- und die Deutsche Wespe mit bis zu 7000 Individuen. Nester anderer Arten haben meist nur einige Hundert Individuen.
Alle staatenbildende Wespen, insbesondere Hornissen, werden ihr Nest bei einem „Angriff“ verteidigen. Wespen reagieren, je nach Art, aggressiv auf Störungen ihres Nestes im Umkreis von bis zu 6 Metern.
  • Beschädigen und erschüttern Sie keinesfalls das Nest, stochern Sie nicht im oder am Nest.
  • Achten Sie darauf, das Einflugloch des Nestes nicht zu verstellen.
  • Auf direktes Anpusten der Tiere können diese aggressiv reagieren.
  • Heftige Bewegungen und panische Reaktionen sollten vermieden werden.
  • Wespen werden ihr Nest verteidigen. Einige Arten können ihre Artgenossen mit Geruchsstoffen alarmieren und sogar den „Angreifer“ damit markieren. Sollten Sie unbedacht einen Angriff in der Nähe eines Nestes auslösen, bleiben Sie nicht wild fuchtelnd vor dem Nest stehen, sondern bewegen sich zügig aber ruhig vom Nest weg.


Grundsätzlich kann man zwischen zwei Arten von Nestern unterscheiden. Bei einem frei hängenden Nest handelt es sich meist um kurzlebige Völker, die kaum Interesse an unseren Lebensmitteln haben. Diese Nester können in der Regel getrost toleriert werden.
Immer wieder kommt es aber vor, dass Wespen ihre Nester im Wohnumfeld von Menschen bauen. Einige Wespenarten siedeln gerne in dunklen Räumen. Rollladenkästen und Dachstühle bilden aus Wespensicht ideale Nistmöglichkeiten.


Sollten Sie Probleme mit einem Nest haben, beachten Sie bitte die folgenden Tipps:


  • Wespennester werden nur für ein Jahr „bewohnt“. Sterben die Wespen im Winter ab, kann man die Nester ohne Gefahr selbst entfernen. Sie sollten jedoch den Nistbereich gründlich reinigen um eine Neubesiedelung im nächsten Jahr zu vermeiden (Wespen orientieren sich am Geruch und können alte Nester „riechen“). Aus ökologischer Sicht ist es jedoch sinnvoll, das Nest erst im Frühjahr (April) zu entfernen. Viele Insekten, wie Florfliegen und andere Blattlausvertilger, nutzen die Nester zum überwintern.
  • Wir empfehlen grundsätzlich, sich an einen Fachmann zu wenden, wenn Sie Probleme mit einem Nest haben. Eine Liste mit Umsiedlungsfirmen und ehrenamtlichen Fachkundigen finden Sie weiter unten auf der Seite (nur für die Region Südlicher Oberrhein).
  • Versuchen Sie nich,t ein besiedeltes Nest auf eigene Faust zu entfernen.
  • Versuchen Sie nicht, das Einflugloch des Nestes abzudecken oder zu zukleben. Die Tiere suchen sich dann einen neuen Weg nach draußen. Gerade bei Rollladenkästen kann das zu einem Problem werden, wenn sich das Einflugloch plötzlich im Innenraum befindet.
  • Bei Nestern in Rollladenkästen oder anderen Gebäudeteilen wenden Sie sich an einen Fachmann. Hier können Bauschäden entstehen.

Prävention ist der beste Weg, um Nester am Haus und damit auch evtl. Bauschäden zu vermeiden. Halten Sie Öffnungen z.B. bei Rollladenkästen möglichst klein und/oder versehen Sie mögliche Nistplätze mit Fliegengitter. Fliegengitter vor Fenstern verhindern auch nicht nur, dass Wespen eindringen, sondern auch andere Insekten wie Stechmücken. Empfehlenswert ist dies insbesondere vor Küchenfenstern oder bei Fenstern im Kinderzimmer.
Da Holz ein Grundbaustoff für Nester ist, sollten Sie Holzverkleidungen und Holzverschalungen mit umweltverträglichen Farben und Lacken pflegen. Damit verhindern Sie, dass die Tiere diese zerstören.
 
 

Was tun bei einem Wespenstich?


Stiche von Wespen oder Hornissen sind für gesunde, nicht allergische Menschen zwar schmerzhaft aber relativ ungefährlich. Eine Gefahr besteht dann, wenn diese Verletzungen im Mund und Rachenraum auftreten. Diese Stiche müssen unbedingt behandelt werden, auch bei nicht Allergikern. Kontaktieren sie umgehend einen Arzt.
Allergiker sollten bei einem Stich schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.
Im Gegensatz zum Volksglauben handelt es beim Gift der Hornisse um kein hoch toxisches Gift. Die oft wegen ihrer angeblichen Toxizität verrufene Hornisse hat sogar ein schwächeres Gift als ihre kleineren Verwandten. Der Glaube: „7 Stiche töten ein Pferd, 3 einen Menschen“ entspricht schlicht und ergreifend nicht der Wahrheit.
Wespen können im Gegensatz zu Bienen mehrmals stechen. Der Stachel einer Wespe ist glatt und lässt sich nach einem Stich wieder herausziehen. Der Stachel der Biene hingegen verfügt über Widerhaken. Bei einem Bienenstich wird der Stachel mitsamt der Giftdrüse aus dem Abdomen des Tieres gerissen. Dieser Stachel sollte unbedingt entfernt werden, da sich die Giftdrüse weiter kontraktiert und das Gift in die Wunde pumpt. Bei Wespen besteht diese Gefahr nicht.


Rechtliches:


Wespen sind als wild lebende Tiere durch das Landesnaturschutz-Gesetz geschützt. Es ist durch den Gesetzgeber verboten, Wespennester zu zerstören. Hornissennester sind hier im besonderen Maße geschützt. Bei Zerstörung eines Hornissennestes kann es zu Geldstrafen von bis zu 50.000 € kommen. (§10, Abs. 2, Ziffer 10c BNatSchG i.V. §1 Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV)). Sollte sich die Umsiedlung oder gar die Zerstörung eines Hornissennestes nicht vermeiden lassen, müssen Sie dies bei ihrer Stadt oder Gemeinde beantragen. Kontaktieren Sie aber in diesem Fall unbedingt einen Experten in Ihrer Region und die untere Naturschutzbehörde.
Befindet sich ein Nest auf Ihrem Grundstück, haften Sie grundsätzlich nicht für das Nest und etwaige Folgen, es sei denn Sie haben es bewusst angesiedelt. Auch besteht kein Anspruch von Nachbarn auf Entfernung des Nestes.


Regionale, ehrenamtliche Wespenexperten in Freiburg und am Südlichen Oberrhein:



Regionale ehrenamtliche Fachberater für Hornissen- und Wespenfragen (Wespenbeauftragte):

Bitte bedenken Sie, dass die ehrenamtlichen Wespenexperten dieser Arbeit in ihrer Freizeit nachgehen. Kontaktieren Sie Diese nur wenn es absolut notwendig ist.
Wenn Sie nicht am Südlichen Oberrhein wohnen, dann wenden sie sich bitte an die Experten ihrer Region.


Harald Wencke (Freiburg) Tel.:0163/6964067
Lothar Krikowski (BUND Ortenaukreis) Tel.:07822/4714
Gerhard Völker (BUND Kreisverband Emmendingen) Tel.:07682-267
Andreas Lotz (Kreise Breisgau-Hochschwarzwald/Freiburg) Tel.:0761-1377167 oder 07633-14672


kommerzielle Umsiedlungsfirmen:
Zur Umsiedlung bzw. Entfernung berechtigte Adressen:

Pro-Wespe; H.-J. Loyal Tel.:0179/7671992
Harald Wencke (Freiburg) Tel.:0163/6964067
Lotz Hygieneservice (Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald) Tel.:0761-1377167


Untere Naturschutzbehörden:
Untere Naturschutzbehörden der regionalen Stadt- und Landkreisverwaltungen:

Stadt Freiburg (Frau Dold) Tel.:0761/201-6126
Landratsamt Emmendingen (Herr Fritz) Tel.:07641-451-475
Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald (Herr Jehle) Tel.:0761-2187-598
Landratsamt Ortenaukreis (Frau Bauert) Tel.:0781-805-314










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Dieser Artikel wurde 57412 mal gelesen und am 8.12.2015 zuletzt geändert.