Diese Seite ausdrucken

Wetter, Klima, Klimawandel, erneuerbare Energien - Blog




Aktuelle Informationen, Beiträge, Studien, Artikel, Quellen, Zitate, Links zu den Themen Wetter, Klima, Klimawandel und erneuerbare Energien und aktuelle Infos zum FÖJ



Über mich und diesen Blog:


Mein Name ist Leon Sander. Ich habe 2016 mein Abitur am Gymnasium in Kenzingen gemacht. Bis zum 31. August 2017 habe ich ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (kurz FÖJ) beim BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein gemacht. Zusätzlich zu meiner Tätigkeit beim BUND RV engagierte ich mich als FÖJ-Sprecher in Baden-Württemberg. Ziel der FÖJ-Sprecher ist es, das FÖJ durch verschiedene Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit bekannter zu machen und weiterzuentwickeln. Schon seit meiner frühen Kindheit interessieren und faszinieren mich naturwissenschaftliche Themen, insbesondere Wetter und Klima. Im Anschluss an mein FÖJ, ab Oktober 2017 studiere ich daher Umweltnaturwissenschaften mit Nebenfach Meteorologie und Klimatologie in Freiburg. Im Rahmen des FÖJ sollte jeder Freiwilligendienstleistende ein kleines Projekt entwickeln. Dieser Blog wurde mein FÖJ-Projekt. Auch wenn mein FÖJ jetzt beendet ist, werde ich diesen Blog eine Zeit lang weiterführen.
Auf dieser Seite entsteht nach und nach eine Sammlung von Zitaten, Quellen, Links, Informationen und wissenschaftlichen Studien aus den Bereichen Wetter, Klima, Klimawandel, erneuerbare Energien, die ich persönlich für erwähnswert, interessant und fachlich fundiert halte.
Leon Sander (FÖJ´ler 2016/17)





Einleitung: Was ist Wetter, was ist Klima, was ist ein Klimawandel?


In der Öffentlichkeit wird viel über die Themen Wetter, Klima und Klimawandel diskutiert. Dabei passiert es immer wieder, dass die Themen nicht sauber getrennt werden und so falsch argumentiert wird; von Klimawandelleugnern oft auch absichtlich. So werden beispielsweise gerne einzelne Extremwetterereignisse als Belege des Klimawandels aufgeführt oder umgekehrt längere Kältephasen als Beleg dafür aufgeführt, dass der menschengemachte Klimawandel nicht existiert.
Um eine fachlich fundierte Debatte führen zu können, ist es wichtig, sich über die Bedeutung der Begriffe im Klaren zu sein.

Wetter bezeichnet im Allgemeinen den kurzfristigen Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Wenn ich jemandem mitteile, dass es in Berlin heute um 15 Uhr wolkig und windig sein wird und es eine Lufttemperatur von 10°C haben wird, dann beschreibe ich dieser Person das Wetter.

Klima hingegen bezeichnet durchschnittliche Wetterverhältnisse (z.B. einer Region, eines Landes usw.) über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren hinweg. Auch Klimadiagramme beinhalten 30-jährige Mittelwerte. Doch nicht nur Mittelwerte, sondern auch Wahrscheinlichkeiten von Extremwetterereignissen und Abweichungen vom Mittelwert werden durch das Klima beschrieben.

Als Klimawandel bezeichnet man die Veränderung der statistischen Parameter. Das heißt zum Beispiel, dass sich auf lange Sicht die Durchschnittstemperatur der Erde erhöht. Das sagt aber nichts darüber, wie die Temperaturen der kommenden Woche aussehen werden, denn das wiederum ist Wetter.

Ein einzelnes Extremwetterereignis allein ist also auch noch kein Anzeichen eines Klimawandels. Wenn aber Extremwetterereignisse überdurchschnittlich häufig auftreten, dann hat eine Änderung des statistischen Parameters, also des Klimas stattgefunden. Man ist sich unter Klimatologen einig, dass Extremwetterereignisse aufgrund des Klimawandels immer wahrscheinlicher werden.

Ein Pionier der Klimaforschung, der Amerikaner Larry Gates, beschrieb den Unterschied zwischen Wetter und Klima Anfang der 1980er-Jahre mit dem Satz „Klima ist das, was man erwartet, Wetter ist das, was man bekommt“.




Folgende Beiträge sind auf diesem Blog zu finden:

August


Juli


Juni


Mai


April








31. August 2017



FÖJ || Artikel in der Badischen Zeitung
Vor einigen Wochen hatte ich in Kenzingen, meinem Heimatort, ein Interview mit der Badischen Zeitung, das gestern am 30. August erschienen ist. Heute endet offiziell mein Freiwilliges Ökologisches Jahr. Ein tolles, erfahrungsreiches Jahr liegt hinter mir. Der Blog wird dennoch erstmal weitergeführt. Wie es mir erging in meinem FÖJ und was für Aufgaben ich hatte, ist in dem BZ-Artikel schön zusammengefasst:


"Man lernt Verantwortung"



MENSCHEN IM BREISGAU: Leon Sander aus Kenzingen absolvierte nach dem Abitur ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim BUND.



Der Kenzinger Leon Sander, hier am heimatlichen Elzufer im Bürgerpark Altes Grün, absolvierte ein FÖJ beim BUND. Foto: Ute Schöler

KENZINGEN (usö). Was tun nach dem Abitur? Diese Frage stellt sich auch Leon Sander aus Kenzingen. Er entschied sich für ein Freiwilliges Ökologische Jahr (FÖJ). Bis Ende des Monats arbeitet er in der Regionalgeschäftsstelle des Bunds für Umwelt- und Naturschutz (BUND) in Freiburg.
"Ich hatte lange vor, direkt nach dem Abi zu studieren. Dann habe ich auf einer Bildungsveranstaltung vom FÖJ erfahren", erzählt der naturwissenschaftlich Interessierte. Bei Recherchen im Internet stieß er auf die BUND-Stelle in Freiburg und bewarb sich – "auch um mal Praxiserfahrung zu bekommen und mir über meine Zukunft klar zu werden", wie er sagt.

Dass sich der FÖJ-Alltag überwiegend zwischen Telefon und Computer abspielt, habe sich für Sander keineswegs als langweilig erwiesen. "Es geht darum, umweltpolitische Arbeit machen, also auch inhaltlich zu recherchieren und Texte zu bearbeiten. Wir haben eine intensiv betreute Website und gestalten viele, manchmal sehr auffällige Grafiken", sagt er.

In der Freiburger BUND-Geschäftsstelle habe er "Einblick in fast alles gewonnen, was mein Chef macht" – zum Beispiel, wie Pressearbeit funktioniert und Projekte entwickelt werden. Axel Mayer führt seit 1992 die Geschäftsstelle des BUND-Regionalverbands Südlicher Oberrhein. Demokratie und soziale Gerechtigkeit seien Themen, die Mayer ebenso beschäftigten wie "Umwelt- und Innenweltverschmutzung" der Menschen, und so sei das FÖJ für Leon Sander ein ungemein bildendes Jahr gewesen, wie er sagt. Probleme von Artenschutz bis Wirtschaftswachstum kann der 18-Jährige aufzählen und fundiert diskutieren. "Ich denke, dass einem das FÖJ zum einen berufliche Orientierung bringt. Und man lernt, Verantwortung zu übernehmen. Dazu kommt die politische Dimension – bei mir hat sie sich deutlich verstärkt im FÖJ", so Sanders Fazit.

Seit 25 Jahren gibt es das Freiwillige Ökologische Jahr, mit derzeit rund 1000 Bewerbern auf 250 Stellen. In Baden-Württemberg werden diese bislang von vier Trägern angeboten, darunter die Landeszentrale für Politische Bildung und das Diakonische Werk. Die Einsatzorte reichen von ökologischen Höfen und umweltorientierten Betrieben bis hin zu pädagogischen Einrichtungen, umweltpolitischen Organisationen und Behörden.

Ab Oktober studiert er Umweltnaturwissenschaften

Mit dazu gehören Seminartage, während derer sich die Teilnehmer bei Workshops kennenlernen und sich über ihre Erfahrungen austauschen können. Jede der neun baden-württembergischen Seminargruppen wählt zwei Sprecher, die wiederum bundesweit vernetzt sind. "Ziel dieser Arbeit ist, das FÖJ bekannter zu machen und weiterzuentwickeln", erklärt Sander, der sich als Sprecher engagierte. Wie jeder FÖJler hat er ein eigenes Projekt entwickelt: "Ich habe einen Blog gestartet mit Zitaten, Informationen und wissenschaftlichen Studien aus den Bereichen Wetter, Klima, Klimawandel und erneuerbare Energien, die ich für interessant und fachlich fundiert halte." Im Oktober will er ein Studium beginnen: Umweltnaturwissenschaften mit dem Nebenfach Meteorologie und Klimatologie.

Weitere Informationen zum FÖJ unter http://www.foej-bw.de und zum BUND unter http://www.bund-rvso.de (dort findet sich auch ein Link zu Leon Sanders Blog)

Quelle: Badische Zeitung, 30. August 2017






11. August 2017



Klimawandel || 2016 – Etliche neue Klima-Negativ-Rekorde
Am vergangenen Donnerstag, 10. August hat die US-Behörde NOAA (National Centers for Environmental Information) ihren Jahresbericht für das Jahr 2016 vorgelegt.

Die Ergebnisse des Berichts sind alarmierend. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Globale Lufttemperatur:
    Weltweit gesehen war nach 2014 und 2015 das Jahr 2016 das dritte heißeste Jahr in Folge. Damit war 2016 global das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen vor 137 Jahren.
  • CO2-Konzentration in der Atmosphäre:
    Erstmals lag die CO2-Jahresmittelkonzentration im weltweiten Durchschnitt über 400 ppm (parts per million). Mit 402,9 ppm war ein Plus von 3,5 ppm im Vergleich zum Vorjahr 2015 zu verzeichnen. Dieses Plus war der größte beobachtete Anstieg innerhalb eines Jahres, der seit Beginn der Aufzeichnungen vor 58 Jahren beobachtet wurde. Zuletzt war die CO2-Konzentration vor 800.000 Jahren so hoch, wie Eisbohrkerne zeigten.
  • Oberflächentemperatur der Ozeane:
    Auch die Oberflächentemperatur der Ozeane, die eine entscheidende Rolle im Klimasystem spielen, war 2016 die höchste je gemessene. Sie lag 0,36 bis 0,41 Grad höher als der Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 und übertraf damit den vorherigen Rekordwert des Jahres 2015.
  • Maximale Ausdehnung des arktischen Meereises:
    Die jährliche maximale Ausdehnung des arktischen Meereises im März war die kleinste seit Beginn der Satellitenmessungen vor 37 Jahren. Das Jahresminimum der Eisausdehnung, das üblicherweise im September erreicht wird, war das zweitkleinste je gemessene. Nur 2007 war das Jahresminimum niedriger.
  • Wetterextreme:
    2016 gab es viele Wetterextreme. Jeden Monat herrschten laut Bericht auf mindestens zwölf Prozent der Landoberfläche schwere Dürren. Besonders hart habe es den Nordosten von Brasilien, Westbolivien und Peru, aber auch Westkanada getroffen.
  • Meeresspiegel:
    Auch der Meeresspiegel erreichte 2016 einen neuen Rekordwert. Der globale durchschnittliche Meeresspiegel war 82 mm höher als zu Beginn der Satellitenmessungen 1993.


Mitverantwortlich für die Extreme macht die NOAA das Wetterphänomen El Niño.

Entscheidend verantwortlich für diese „Rekord-Ergebnisse“ ist natürlich auch die globale Erwärmung.

Die Ergebnisse des aktuellen Berichts sind wirklich besorgniserregend und zeigen die akute Bedrohung durch den Klimawandel.
Statt aktiv zu handeln, verpassen die Staaten, darunter auch Deutschland momentan die Chance, Schlimmeres zu verhindern. Sowohl das globale 1,5- und das Zwei-Grad-Ziel sind in Gefahr, als auch die Deutschen Klimaziele, wie aktuelle Studien zeigen.
Es muss sich schleunigst etwas ändern, damit solche „Rekorde“ in Zukunft nicht mehr erreicht werden.


Zur Studie geht es hier.
Eine kurze, englische Zusammenfassung gibt es hier.
Über die Studie berichtete u.a. auch der Spiegel.






05. August 2017


Klimaschutz || Deutsche Klimaziele in Gefahr

Deutschland will bis zum Jahr 2020 seinen CO2-Ausstoß deutlich senken.
Das erklärte Ziel der Bundesregierung ist es, die Emissionen bis zum Jahr 2020 gegenüber 1990 um 40 % zu reduzieren. 2016 lag dieser Wert gerade einmal bei 27,6 %.

Nun liegen dem SPIEGEL aktuelle Zahlen der beiden Berliner Thinktanks Agora Energiewende und Agora Verkehrswende vor.

Statt des angestrebten Emissionsrückgangs sind die Treibhausgasemissionen im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 5 Millionen Tonnen auf 428 Millionen Tonnen gestiegen. Prozentual gesehen bedeutet das ein Plus von 1,2 Prozent.

Dennoch will die Bundesregierung an den Klimaschutzzielen festhalten. Dazu müsse aber „unmittelbar nach der Bundestagswahl ein aufgelegt werden, das für Strom, Wärme und Verkehr schnell wirksame Maßnahmen enthält“, so die Forderungen von Patrick Graichen, Leiter der Agora Energiewende.

Am stärksten hat das Mineralöl zum Emissionsausstieg beigetragen. Grund dafür war der gestiegene Absatz von Kraftstoff.

Bis 2050, so die Klimaziele der Bundesregierung, sollen die Treibhausemissionen gegenüber 1990 sogar um 80 bis 95 % reduziert werden.

Momentan sieht es schwierig aus, was das Erreichen dieser Ziele betrifft.


Mehr zu den Klimazielen Deutschlands finden Sie unter anderem im Klimaschutzplan 2050.





04. August 2017


Klimawandel || 1,5-Grad-Ziel fast unmöglich - Zwei-Grad-Ziel schwer zu erreichen


Wohin steuert die Erde in Zukunft? Zwei, Drei, Vier, Fünf... Grad Erwärmung?

Beim Pariser Klimaabkommen hat man sich Ende 2015 darauf geeinigt, die globale Erwärmung im Vergleich zu dem vorindustriellen Niveau bis zum Ende des 21. Jahrhunderts auf zwei Grad zu begrenzen. Zusätzlich sollen, laut Pariser Klimaabkommen, Anstrengungen unternommen werden, die Erwärmung sogar bei 1,5 Grad Celsius zu stoppen. Bei einer Erwärmung über dieser Marke, so schätzen Experten, könnten Hitzewellen, Dürren oder Überschwemmungen so häufig und unbeherrschbar werden, dass diese Folgen für viele Länder kaum beherrschbar wären.

Zwei aktuelle Studien veröffentlich am 31. Juli im Fachblatt „Nature Climate Change“ zeigen nun, dass das 1,5-Grad-Ziel inzwischen so unrealistisch geworden ist, dass man es eigentlich schon verwerfen kann.
Die beiden Studien haben unabhängig voneinander mit unterschiedlichen Ansätzen gearbeitet.

Die erste Studie stammt von Thorsten Mauritsen (Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg) und Robert Pincus (University of Colorado). Sie betrachtet die physikalischen Gesetzmäßigkeiten und untersucht, wie viel zusätzliche Energie bereits im System Erde steckt. Das Ergebnis:
Bereits ohne weiteren CO2- bzw. Treibhausgas-Ausstoß würde es vorerst wärmer werden, denn erstens reagieren u.a. Ozeane träge auf den Treibhauseffekt und heizen sich verzögert auf und zweitens würden ohne die Verheizung von fossilen Rohstoffen die derzeit noch kühlend wirkenden Aerosol-Partikel aus der Luft verschwinden. Auch bei sofortigem Emissionsstopp, so das Ergebnis der Studie gäbe es eine unvermeidbare Erwärmung von mindestens 1,1 Grad Celsius, eher aber um die 1,3 Grad Celsius (das ist aber nur eine Schätzung). Mit einem Risiko von 13 %, könnte sich die Erde auch bei sofortigem Emissionsstopp sogar um 1,5°C gegenüber vorindustriellem Niveau erwärmen. Diese Erwärmung ist eine heute schon unvermeidbare Erwärmung. „Alle künftigen CO2-Emissionen aber kommen dann noch obendrauf“, sagt Mauritsen."

Dennoch sind sich die Verfasser der Studie sicher, dass die 1,5-Grad-Grenze (wenn sie nicht schon erreicht ist) theoretisch aus physikalischer Sicht machbar wäre. Problem sei die Politik und fehlende ökonomische Anreize für den Klimaschutz.

Die zweite Studie, von einem Team um Adrian Raftery (University of Washington in Seattle) untersucht mögliche Entwicklungen, die der CO2-Ausstoß der Menschheit durchlaufen könnte. Die Emissionsentwicklung basiert auf Daten der letzten 50 Jahre zu Bruttoinlandsprodukt und CO2-Ausstoß pro Wirtschaftseinheit aller Staaten sowie Prognosen für das Bevölkerungswachstum von der UN.

„Weniger als zwei Grad Erwärmung bis 2100 unwahrscheinlich“, so der Titel der Publikation ins Deutsche übersetzt.
In seinem letzten Sachstandsbericht lieferte der Weltklimarat (IPCC) ein breites Spektrum möglicher zukünftiger Pfade. Unter den IPCC-Szenarien von 2013 ist das schlimmste aber gleichzeitig auch das optimistischste eher unwahrscheinlich geworden. Die Studie hält eine Erwärmung von rund 3°C (gegenüber dem vorindustriellen Niveau) für wahrscheinlich. Im allerbesten Falle könnten aber auch 2°C (Wahrscheinlichkeit bei nur rund 5%), im schlimmsten Falle sogar bis zu 5°C erreicht werden.

Das ambitionierte 1,5-Grad-Ziel hingegen wird, laut Studie, nur zur Wahrscheinlichkeit von einem Prozent erreicht.

Das 1,5-Grad-Ziel ist, wenn man diese beiden Studien betrachtet also aus dem Rennen. Wenn es um Schadensbegrenzung geht, ist wohl das Zwei-Grad-Ziel der letzte, schwer zu erreichende Rettungsanker.

Beide Studien zeigen die verschärfte Situation und Dringlichkeit der globalen Erwärmung auf. Wenn nicht bald etwas passiert, sowohl international als auch national, regional und individuell, dann sehen die Prognosen für die Zukunft düster aus. Keiner kann genau sagen, wie gut die Menschheit in einer Welt, die um bis zu drei, vier oder gar fünf Grad wärmer ist als zur Zeit der Industrialisierung (über)leben kann und welche Konsequenzen das für Natur und Umwelt hat. Klar ist, dass es mit jeder zunehmenden Erwärmung immer gefährlicher und unkalkulierbarer wird.


Über diese Studien berichteten unter anderem die Fachzeitschrift "Bild der Wissenschaft" und die "Süddeutsche Zeitung"







29. Juli 2017


Klimawandel || Erwärmung begann schon früher als bisher angenommen - Zwei-Grad-Grenze rückt näher

Bei der Klimakonferenz 2015 in Paris haben sich die teilnehmenden Staaten in einem Klimaabkommen auf eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf zwei Grad Celsius, im Idealfall sogar 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau geeinigt. Doch was genau mit „vorindustriellen Niveau“ gemeint ist, wurde im Pariser Klimaabkommen nicht festgelegt.

In einem aktuellen Artikel in der Fachzeitschrift Nature Climate Change stellen Wissenschaftler nun die These auf, dass die Erde bereits viel näher an dieser Zwei-Grad-Marke sei als bisher gedacht. Grund dafür sei, dass die Erwärmung schon sehr früh begann.

Zuverlässige Temperaturmessungen und –aufzeichnungen finden erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts statt, weshalb oft der Zeitraum von 1861 bis 1880 als Referenzperiode genannt wird. Doch betrachtet man die Entwicklung der Industrialisierung so stellt man fest, dass die Dampfmaschine schon im 17. Und 18. Jahrhundert entwickelt wurde und dass auch schon damals eifrig Kohle verfeuert wurde. Anhand von Ablagerungen in Eis-Bohrkernen konnten Wissenschaftler ermitteln, dass die Treibhausgase in der Atmosphäre seit etwa 1750 zunehmen.

Forscher von der University of Edinburgh errechneten nun anhand von Klimamodellen, dass die globale Durchschnittstemperatur im Zeitraum von 1400 bis 1800 um 0,03 bis 0,19 Grad niedriger lag als am Ende des 19. Jahrhunderts. Das heißt, zu der üblicherweise angenommenen Erwärmung ab Ende des 19. Jahrhunderts müsste man diese (bis zu) 0,2 Grad dazu addieren. Entsprechend näher rückt also die Zwei-Grad-Marke.

Natürlich macht es den Klimawandel nicht schlimmer, bloß weil es irgendwann kälter war als angenommen, aber die Arbeit zeigt, wie wichtig eine klare Definition ist. Um eine Erwärmungsgrenze festzulegen, muss natürlich klar sein, welchen Vergleichswert man nimmt.
Es muss festgelegt und ermittelt werden, im Vergleich zu welchem Zeitraum das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten ist. 0,3 Grad können, gerade was das verbleibende Emissionsbudget betrifft, einen großen Unterschied ausmachen. Das Emissionsbudget bezeichnet die Menge an Treibhausgasen (v.a CO2), die die Menschheit noch emittieren darf, um die Zwei-Grad-Marke nicht zu überschreiten.

Bisher ging man davon aus (wenn man die Temperatur vom Ende des 19. Jahrhunderts als Referenzwert nimmt), dass die Menschen seit dem Jahr 2011 noch ein Emissionsbudget von ca. 300 Gigatonnen CO2 haben, um die Zwei-Grad-Grenze nicht zu überschreiten und somit einen gefährlichen Klimawandel mit möglichen irreversiblen Schäden für Mensch, Natur und Umwelt zu vermeiden.
Bezieht man aber auch die Erwärmung mit ein, die schon vor Ende des 19. Jahrhunderts stattfand, so bleibt nur noch ca. 40 % weniger vom Emissionsbudget und wir nähern uns der möglicherweise so wichtigen Zwei-Grad-Grenze.


Mehr dazu im SZ-Artikel: "Es bleibt womöglich weniger Zeit, um den Klimawandel zu bremsen" vom 29. Juli.





27. Juli 2017


Wetter und Klimawandel || Regnerischer Sommer - Folge des Klimawandels?


Extremeres Wetter, wie Starkregen, wird Experten zufolge immer häufiger.

Aktuell sorgen immer häufiger ergiebige Regenfälle und Überschwemmungen in vielen Teilen Deutschlands für Ausnahmezustände. Kleine Bäche werden plötzlich zu reißenden Fluten, die die Existenzen vieler Menschen gefährden. Aber warum ist das so?

Die aktuelle Wetterlage, die vor allem dem Nordosten Deutschlands Starkregen beschert, bezeichnen Meteorologen als „Trog Mitteleuropa“. Bei dieser Konstellation beult sich eine Windung der Höhenströmung, der sogenannten Jetstreams, besonders stark aus. In dieser Ausbuchtung herrscht ein sehr niedriger Druck, wodurch Luft von unten angesogen wird. Dies führt zur Entstehung eines Tiefdruckgebietes in Bodennähe. Eben solch ein Tief ist für den ergiebigen Dauerregen im Nordosten Deutschlands derzeit verantwortlich.

Auch wenn sich dieses Ereignis in die Kategorie „Wetter“ einordnen lassen kann, so spielt auch heute und in Zukunft das Klima und insbesondere der Klimawandel dabei eine bedeutende Rolle. Vieles deutet daraufhin, dass Starkregen in Deutschland aufgrund des Klimawandels bereits häufiger geworden ist und weiter zunehmen wird. Exakt nachzuweisen ist diese Vermutung noch nicht, da der DWD (Deutsche Wetterdienst) Starkregenfälle erst seit 15 Jahren genauer erfassen und aufzeichnen kann. Um einen wirklichen Klimatrend zu beschreiben, müsste man aber einen Zeitraum von 30 Jahren betrachten. Die Daten der 15 Jahre jedenfalls zeigen eine Zunahme der Starkregenereignisse und auch die gefürchtete Wetterlage „Trog Mitteleuropa“ scheint häufiger geworden zu sein, seit 1950 um etwa 20 Prozent.

Nicht jeder Sommer wird in Deutschland so regnerisch sein. Vermutlich wird es auf lange Sicht tendenziell eher trockener. Insgesamt kann man sagen, dass die Extreme zunehmen.

Die Klimaerwärmung begünstigt heftige Regenfälle, denn warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen und somit kann auch mehr Niederschlag fallen. Zudem verändert sich die Dynamik der Atmosphäre. Die Arktis erwärmt sich wesentlich stärker als beispielsweise Mitteleuropa, was dazu führt, dass der um die Arktis wehende Jetstream durcheinander gerät. Dadurch bildet er stehende Wellen, in denen Tiefs lange festsitzen und Überschwemmungen verursachen können. Auch Trockenheit kann auf diese Weise lange andauern.

Wir müssen uns also in Zukunft, verursacht durch den Klimawandel, zunehmend auf extremere Wetterereignisse einstellen und das in beide Richtungen. Große Trockenheit und extreme Überschwemmungen werden häufiger.

In der Klimapolitik geht es längst nicht mehr nur darum, den durch den Menschen verursachten Klimawandel zu verhindern, sondern sich bereits an dessen Auswirkungen anzupassen. Daher gilt es schon heute, sinnvolle Anpassungsstrategien zu entwickeln.
Der Klimawandel ist keine Zukunftsmusik, sondern schon heute erschreckende Realität. Nicht nur weit entfernt von Deutschland, wo u.a. die Existenz von Korallenriffen bedroht ist oder wo ganze Inseln im Meer versinken zeigt sich der Klimawandel. Er zeigt sich auch in Deutschland immer verstärkter.
Wo man vor einigen Jahren z.B. noch vom wärmebegünstigten, sonnenverwöhnten Oberrheingebiet sprach, so muss man sich heute Sorgen machen um das zukünftige „Klima-Krisengebiet Oberrhein“.


Mehr Informationen zum aktuell nassen Sommer in Deutschland finden Sie im SZ-Artikel "Nasser Sommer in Deutschland" vom 26. Juli.





13. Juli 2017


Erneuerbare Energien || Erneuerbare Energien lohnen sich schon jetzt in der Hälfte der G20-Staaten


Erneuerbare Energien - Auch wirtschaftlich rentabel

Die G-20 Staaten sind für rund 80 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich.
Somit sind diese Staaten maßgeblich für die globale Erwärmung verantwortlich. Infolgedessen stehen diese Staaten jetzt vor der besonderen Aufgabe, Vorreiter in Sachen Klimaschutz und Energiewende zu werden.

Anlässlich des G20-Gipfels, der am 07. und 08. Juli in Hamburg stattfand, haben Forscher der finnischen Lappeenranta Universität in Auftrag von Greenpeace untersucht, wie es in den G20-Staaten mit der Stromerzeugung aussieht – und welche Rolle die erneuerbaren Energien dafür spielen.

Das Ergebnis ist durchaus vielversprechend. In rund der Hälfte der G20-Staaten ist Strom aus erneuerbaren Energien schon jetzt billiger oder zumindest gleich teuer wie Strom aus Kohle oder Atomkraft.

Der Klimaschutz wird in den G20-Staaten somit auch immer wirtschaftlicher.
„Wer heute noch Geld in Kohlemeiler und Atomkraftwerke steckt, investiert in Technik, die morgen nicht mehr wettbewerbsfähig ist“, sagt Greenpeace Energieexperte Tobias Austrup.

Was die Zukunft betrifft, so die Prognose der Studie, sollen spätestens ab 2030 Wind- und Solarenergie die günstigste Form der Stromerzeugung in allen G20-Ländern sein.
Die ökonomischen Vorteile der regenerativen Energien wirken sich natürlich auch auf die Nutzung fossiler Energieträger (z.B. Kohle) aus. Der absolute Kohleanteil an der Energieversorgung der G20-Staaten zwischen 2012 und 2014 stagnierte. Seither sinkt der Anteil der Kohle sogar. Jetzt zählt es für Deutschland, sich vor dem längst fälligen Kohleausstieg nicht mehr zu drücken.

Lediglich die Vereinigten Staaten um US-Präsident Donald Trump wirken diesem Trend entgegen. Er hat angekündigt, Kohlestrom und Atomenergie fördern zu wollen und hat sich mit dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen klar gegen den Klimaschutz positioniert.
Dabei haben die USA beste Voraussetzungen um Wind- und Solarenergie auszubauen. Bundesstaaten wie Kalifornien, Texas oder Iowa werden sich diese Chance hoffentlich nicht entgehen lassen.


Quelle: www.natur.de: "G20: Erneuerbare lohnen sich schon jetzt"
Zur Studie geht es hier.






07. Juli 2017


Klimawandel / G20-Gipfel || Klimafakten als Grundlage für politische Entscheidungen


G20-Gipfel in Hamburg - Wichtiges Thema: Klimawandel

Anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg am 07. und 08. Juli 2017 haben deutsche Klimaexperten eine Zusammenfassung des aktuellen Wissenstandes zum Klimawandel vorgelegt.

Das Dokument fasst einige der sichersten Erkenntnisse der Klimaforschung zusammen. Darunter folgende:
1. Die Luft an der Erdoberfläche hat sich bereits deutlich erwärmt.
2. Seit mehreren Jahrzehnten zeigt sich ein klarer Aufwärts­­trend.
3. Die Häufung von Temperaturrekorden in den vergangenen Jahren ist höchst ungewöhnlich.
4. Die Ozeane haben sich deutlich erwärmt.
5. Der größte Teil der globalen Erwärmung wird in den Meeren gespeichert.
6. Der Meeresspiegel steigt.
7. Der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre nimmt stetig zu.
8. Die Ozeane versauern.
9. Grönland verliert massiv Eis.
10. Gletscher und Schnee schwinden.
11. Das Meereis rund um den Nordpol wird stetig weniger.
12. Auch in Deutschland ist der Klimawandel bereits unübersehbar.
13. Markante Zunahme von Hitzeereignissen.
14. Das Risiko von Hochwassern nimmt zu.
15. Schwere Gewitter richten größere Schäden an.
16. Der Meeresspiegel an den deutschen Küsten steigt.
17. Pflanzen und Tiere reagieren auf die allgemeine Erwärmung.
18. Land- und Forstwirtschaft spüren bereits deutlich Folgen des Klimawandels.

Klimafakten wie diese müssten die Grundlage politischer Entscheidungen zum Klimaschutz sein, hieß es.
An dieser Zusammenfassung haben insgesamt neun verschiedene Organisationen mitgearbeitet.

Mojib Latif vom Ozeanforschungszentrum Geomar in Kiel positionierte sich während der Pressekonferenz klar gegen Versuche, Grunderkenntnisse der Forschung in Zweifel zu ziehen. "Der Klimawandel ist eine Tatsache und der Mensch die Hauptursache. Ohne die menschliche Aktivität, insbesondere die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, lassen sich die beobachteten Veränderungen im Klimasystem nicht erklären.“ Auch den populären Mythos, die gegenwärtige Erderwärmung sei Teil "normaler Schwankungen" im Klimasystem, wies Latif entschieden zurück: "Der natürliche Wechsel von Kalt- und Warmzeiten erfolgt über Jahrzehntausende. Die derzeit beobachtete schnelle Erwärmung in nur etwa 150 Jahren ist hingegen eine völlig neue Entwicklung. Der Vergleich mit früheren Warmzeiten ist somit unzulässig."

Im Fokus der Experten lag, anlässlich des G20-Gipfels, unter anderem der Anstieg der Ozeane. Denn von dieser Auswirkung des Klimawandels seien schon heute alle Staaten der G20 betroffen, da sie allesamt über Meeresküsten verfügen. Die G20-Küstenstädte stehen so in den kommenden Jahrzehnten vor immensen Herausforderungen.

Wichtig ist auch das Statement von Inge Niedek, Vorsitzende der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG): "Wissenschaft ist der Schlüssel zur Vergangenheit, das Fundament für die Gegenwart und die Hoffnung für die Zukunft, und sie kennt keine Grenzen. Wir brauchen die Wissenschaft, um Erkenntnisse aus der Vergangenheit zu gewinnen, zu verstehen, um daraus zu lernen. Das ermöglicht es uns, hoffentlich die richtigen Schlüsse für die Zukunft zum Wohle zukünftiger Generationen zu ziehen."
Sie betont damit den Wert unabhängiger und von Politik unbeeinflusster Forschung.


Quelle: Klimafakten.de, 06. Juli 2017
Das neunseitige Dokument gibt es hier (als PDF-Datei).






03. Juli 2017


Klimaschutz || Kehrtwende bei den Treibhausgasemissionen muss bis 2020 geschafft sein

In der Fachzeitschrift Nature haben renommierte Wissenschaftler einen eindringlichen Appell veröffentlicht.
Darin wird darauf hingewiesen, dass die Kehrtwende beim globalen Ausstoß von Treibhausgasen (wie Kohlenstoffdioxid) bis 2020 geschafft sein muss, um einen gefährlichen, unberechenbaren Klimawandel zu vermeiden und den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf 1,5 bis 2° Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Ab 2020 müssten die Emissionen dann rapide sinken. Ihren Appell fassen die Wissenschaftler in sechs Punkten zusammen:

1. 2020 müssen mindestens 30 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden.
2. Staaten und Städte müssten Pläne entwickeln, wie sie Infrastruktur und Gebäude bis 2050 klimaneutral gestalten, und hierfür jährlich 300 Milliarden Euro investieren.
3. Weltweit müssten jährlich drei Prozent der Gebäude auf einen nahezu klimaneutralen Stand saniert werden.
4. Bis spätestens 2020 sollen 15 Prozent aller verkauften Autos Elektrofahrzeuge sein und Maßnahmen getroffen werden, um den öffentlichen Personennahverkehr in Städten perspektivisch zu verdoppeln.
5. Die Entwaldung muss in der kommenden Dekade komplett gestoppt werden.
6. Der Finanzsektor soll mindestens eine Billion Dollar pro Jahr für klimabezogene Maßnahmen mobilisieren.


Quelle: Sonnenseite: "Drei Jahre noch für die CO₂-Wende", 02.07.2017
Den Appell finden Sie hier (auf Englisch).







22. Juni 2017


Wetter / Klima || Hitzewellen aktuell und in Zukunft



Aktuell erleben Deutschland und andere Teile Europas mal wieder eine Hitzewelle, bei der die Menschen extremen Belastungen ausgesetzt sind.
Bei Temperaturen von über 37°C, ist der menschliche Körper, nicht mehr in der Lage überschüssige Hitze abzugeben, um seine Kerntemperatur auf rund 37 Grad zu halten. Kommt dann noch hohe Luftfeuchtigkeit hinzu, funktioniert auch die Verdunstungskühlung durch Schweiß nicht mehr. Im schlimmsten Falle droht durch die Kombination dieser beiden Faktoren eine Überhitzung, die im schlimmsten Falle zum Tod führen kann. Ausführlichere Infos zur Auswirkungen von Hitze auf den menschlichen Körper finden Sie u.a. beim Deutschen Wetterdienst.

Ein Team der University of Hawaii in Manoa hat 1.949 Fallstudien von Hitzewellen aus 164 Städten in 36 Ländern ausgewertet, um zu ermitteln, wie häufig die Hitzeschwelle in verschiedenen Regionen bereits überschritten wird und um ein Prognosemodell für die Zukunft zu erstellen.

Das Ergebnis ist erschreckend: Schon jetzt leben rund 30 % der Weltbevölkerung in Regionen mit jährlich mehr als 20 Tagen oberhalb der tödlichen Hitzschwelle.
Die Prognosen für die Zukunft sind noch besorgniserregender: Geht der Klimawandel ungehindert weiter, drohen 74 % der Weltbevölkerung mehr als 20 Tage pro Jahr, an denen sie einer potenziell tödlichen Hitze ausgesetzt sind.
Selbst im Falle einer ambitionierten Klimapolitik werden bis zum Jahr 2100 ca. die Hälfte der Weltbevölkerung solchen Bedingungen ausgesetzt sein.
Einige Teile der Erde könnten, so die Meinung der Forscher unbewohnbar werden, z.B. Teile des Nahen Ostens und Nordafrikas.
Entscheidungen, wie die der USA aus dem Pariser Klimaabkommen auszutreten, sind leider Schritte in die falsche Richtung und das bei einem Problem, bei dem es eigentlich keine Zeit zu verlieren gibt.

Quelle: scinexx.de: "Hitze bedroht 75 Prozent der Weltbevölkerung"





13. Juni 2017


Klimawandel || Klimaforscher stellen Fakten zum Klimawandel klar
Nach dem erklärten Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen wird viel darüber diskutiert, wie es mit dem Klimaschutz global weitergehen soll. Es tauchen auch bei einigen Menschen altbekannte, eigentlich schon längst widerlegte Zweifel an der Existenz des vom Menschen verursachten (anthropogenen) Klimawandels auf. Auch die Wissenschaftlichkeit des Welklimarates IPCC wird vermehrt in Frage gestellt. Um einer möglichen Verunsicherung und Manipulation der Bevölkerung durch Klimawandelleugner oder -skeptiker entgegenzuwirken, hat das Deutsche Klima Konsortium, bestehend aus führenden Akteuren der deutschen Klimaforschung und Klimafolgenforschung, ein Statement veröffentlich, das die Fakten zum Klimawandel klar darstellt und sich zur Arbeit der Klimaforschung und des Weltklimarates IPCC äußert.

Dieses wichtige, fachliche fundierte, wissenschaftliche Statement finden Sie hier als PDF-Datei.







29. Mai 2017


FÖJ || FÖJ-Teilnehmer/innen im Landtag von Baden-Württemberg


Foto: (c) Jan Potente


Am Montag, den 29. Mai 2017 wurde den FÖJ-Teilnehmer/innen aus Baden-Württemberg eine besondere Ehre zuteil.

Sie waren in den Landtag von Baden-Württemberg in Stuttgart eingeladen, um dort von dem Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Dr. Andre Baumann ein Zertifikat für die Einsatzbereitschaft und das Engagement im FÖJ überreicht zu bekommen.

Nachdem ein kleiner Film über das FÖJ gezeigt wurde, stellten FÖJ-Sprecher/innen einige Aktionen vor, die in diesem Jahrgang stattgefunden haben. Anschließend folgte die Zertifikatsübergabe durch Herrn Dr. Baumann.
Am Nachmittag verteilten sich die Freiwilligen dann in verschiedene Workshops, unter anderem zu Themen wie Konsum, Ökologie, Wasser, Mobilität und Energie, in denen angeregt mit Politikern und Experten diskutiert und neues Wissen angeeignet wurde. Kurz nach 17 Uhr war die Veranstaltung dann beendet.

Diese besondere Veranstaltung und Ehrung am 29.Mai 2017 werden viele der anwesenden FÖJ-Teilnehmer/innen sicherlich noch lange in positiver Erinnerung behalten.






19. Mai 2017


FÖJ || Interview mit Radio Dreyeckland

Gestern, am 18. Mai, hatte ich ein nettes Interview bei Radio Dreyeckland in Freiburg zum Freiwilligen Ökologischen Jahr.

Kurztext auf der Webseite von Radio Dreyeckland:
" FÖJ das Freiwillige Ökologische Jahr in Baden-Württemberg

Die jungen Leute sind da, die Plätze fehlen. Jährlich bewerben sich etwa 1000 Menschen auf einen der 210 FÖJ Plätze. Für Leon Sander ein Mitglied des Sprecherrats der FÖJ einfach zu wenig.

Sonst alles gut - bis August, dann sollte seine Stelle die Leon Sander beim BUND-Freiburg hat wieder mit einem neuen FÖJler besetzt sein."

Das Interview in voller Länge gibt es hier.





11. Mai 2017


Klimawandel || Meeresspiegel könnte schneller ansteigen als bisher vermutet

Aktuellen Medienberichten zufolge warnt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) vor einem schnelleren und stärkeren Anstieg des Meeresspiegels als bisher vermutet.
Während das als pessimistisch eingestufte Szenario des Weltklimarates von 2013 noch von einem Meeresspiegelanstieg von bis zu 0,98 Meter bis zum Jahr 2100 ausgeht, sei laut BSH-Wissenschaftlern ein Anstieg "deutlich über einen Meter hinaus bis hin zu 1,70 Metern" nicht mehr ausgeschlossen. Sollten die arktischen und antarktischen Meereisschilde kollabieren, sei auch ein noch höherer Anstieg nicht ausgeschlossen.


Weitere Informationen auch zum Küstenschutz und zu Problemen für die Schiffahrt erhalten Sie unter tagesschau.de.





10. Mai 2017


Klimawandel || Geoengineering – ein umstrittenes Thema

Einige Wissenschaftler befürchten, dass zu wenig Klimaschutz für den Klimaschutz getan wird, um die globale Erwärmung seit Industrialisierung auf zwei oder gar 1,5 Grad zu begrenzen. Aktuellen Prognosen zufolge steuert die Welt auf einen Wert von bis zu 3,5 Grad Erwärmung gegenüber vorindustrieller Zeit zu. Dies könnte weitreichende Folgen haben. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken muss daher laut Meinung einiger Experten ein Plan B her, der Geoengineering heißen könnte. Der Begriff Geoengineering bezeichnet verschiedene Eingriffe in geo- und biogeochemische Kreisläufe der Erde mit technischen Mitteln. Ziel dieser Eingriffe, ist es, in erster Linie, die globale Erwärmung und die damit verbundenen Auswirkungen zu stoppen.

Grundsätzlich existieren in diesem Bereich zwei verschiedene Ansätze:
1. Der erste Ansatz, das sogenannte Carbon Dioxide Removal (kurz: CDR) sieht es vor, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen. Bei der bekannteste CDR-Methode sollen Energiepflanzen angebaut werden, die beim Wachstum CO2 aufnehmen und schließlich verbrannt werden, um daraus Energie zu gewinnen. Das dabei frei werdende CO2 soll schließlich aufgefangen und im Untergrund eingelagert werden.
Die Methode, Kohlendioxid bei einem Kraftwerk technisch abzuspalten und unterirdisch zu lagern, bezeichnet man als Carbon Dioxide Capture and Storage, kurz CCS, in dem Fall mit den Energiepflanzen auch als BECCS (Biomass Energy with Carbon Capture and Storage).
Dieses Verfahren ist ziemlich teuer und es müssten Energiepflanzen auf riesigen Landflächen angebaut werden. Das hätte einen immensen Wasserverbrauch und mangelnde Flächen für die Lebensmittelproduktion zur Folge.

2. Der zweite Ansatz ist das sogenannte Solar Radiation Management (SRM), bei der der Strahlungshaushalt der Erde beeinflusst werden soll. Entweder durch eine Verringerung der Sonneneinstrahlung auf die Erde oder durch eine verstärkte Rückstrahlung. Dies geschieht zum Beispiel mittels reflektierender Partikel in der Stratosphäre (Aerosole).
Dieser Ansatz kühlt zwar die Erde herunter, behebt aber nicht die Ursache des Problems, die Treibhausgase in der Atmosphäre. Somit hätte beispielsweise auch die Versauerung der Meere weiter Bestand. Zudem wird befürchtet, dass, wenn eines Tages die Aerosole nicht mehr in der Stratosphäre sind, die Erderwärmung umso größer wäre. Die Folgen der Beeinflussung des Strahlungshaushaltes der Erde sind unberechenbar.

Fest steht, dass beide Ansätze als sehr umstritten gelten, ungeklärte Risiken beinhalten und leider doch womöglich eines Tages aufgrund einer Verschlimmerung der Lage unumgänglich werden könnten.

Zu einem abschließenden Urteil zu Geoengineering ist es sicherlich zu früh.
Wichtig sind fachlich fundierte, detaillierte Forschungen zu diesen Methoden und ein offener, faktenbasierter Dialog zu diesem Thema.


Das sieht auch Christop Beuttler von der Stiftung Risiko-Dialog so:
"Werden SRM- und CDR-Technologien nicht erforscht und vor allem nicht reguliert, setzen wir uns erheblichen Risiken und geopolitischen Spannungen aus, wenn ein Land eigenmächtig Geoengineering einsetzen sollte", sagt Co-Autor Christoph Beuttler von der Stiftung Risiko-Dialog. "Es braucht dringend einen offenen, faktenbasierten Dialog darüber, welche Risiken wir als Gesellschaft eingehen müssen oder wollen."

Weitere Informationen und Hintergründe zum Thema Geoengineering finden Sie in diesem aktuellen SZ-Artikel: Klimawandel - Plan B und in dieser Publikation des Umweltbundesamtes: hier





9. Mai 2017


Klimawandel || Kartengeschichte zur Globalen Erwärmung

Die Zeit hat online am 09. Mai eine kurze Kartengeschichte zum Thema Klimawandel veröffentlicht.
Sie erläutert kurz und anschaulich den Klimawandel, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Es lohnt sich auf jeden Fall, mal einen kurzen Blick darauf zu werfen, wenn Sie bei diesem Thema mitreden möchten.

Zur Kartengeschichte geht es hier.





2. Mai 2017



FÖJ || 2. Landeaktionstag "1-Quadratmeter-Aktion"

Teilnehmer des Freiwilligen Ökologischen Jahres bringen am 2. Landesaktionstag Farbe in die Städte Baden-Württembergs

Nächtliche 1-Quadratmeter-Aktion in den Innenstädten von Freiburg, Stuttgart, Karlsruhe, Konstanz und Friedrichshafen – FÖJlerInnen zeigen ihre Kreativität und malen bunte, quadratmetergroße Felder mit Sprüchen und Bildern auf die Böden

In der Nacht von Freitag, 28. April auf Samstag, 29. April machten sich in gleich fünf Städten Baden-Württembergs, in Freiburg, Stuttgart, Karlsruhe, Konstanz und Friedrichshafen viele Freiwillige auf, um die Innenstädte bei der sogenannten „1-Quadratmeter-Aktion“ mit ökologischer Straßenmalkreide in verschiedenen Farben bunter zu gestalten.

Nicht nur optisch wurde auf „Buntheit“ wert gelegt, sondern auch inhaltlich. Die Teilnehmer der Aktion zogen in Gruppen los und malten auf dem Boden verschiedene 1-Quadratmeter-Felder auf, die sie nach eigenem Belieben mit Sprüchen und Bildern füllen konnten. Nicht nur ökologische Themen wurden aufgegriffen, sondern unter anderem Sprüche gegen Hass und Krieg und für Toleranz und Frieden fanden Platz in den Quadratmetern. Jeder konnte seiner Kreativität Ausdruck verleihen und seine Meinung frei äußern.

Viele engagierte FÖJlerInnen nahmen an der nächtlichen Aktion teil, die die Aufmerksamkeit der zahlreichen Passanten am Samstag wecken sollte und so zum einen das FÖJ bekannter machen soll und zum anderen auf die vielen ökologischen, politischen, gesellschaftlichen und sozialen Probleme der heutigen Zeit hinweisen soll.

Unter dem Hashtag #einquadratmeter und mit einem Verweis auf das Freiwillige Ökologische Jahr in Baden-Württemberg werden Bilder der Quadratmeterfelder über verschiedene soziale Medien verbreitet.

Für die Organisatoren dieser Aktion, die FÖJ-SprecherInnen, war es eine sehr gelungene Aktion, die viel Spaß brachte, die Böden der Städte bunter gemacht hat und hoffentlich viele Passanten zum Staunen und Nachdenken anregt.

Wenn der nächste Regen noch etwas auf sich warten lässt, bleiben die vielen „Kunstwerke“ auch noch eine Weile bestehen.
Das Freiwillige Ökologische Jahr, kurz FÖJ, ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr, das es in Baden-Württemberg inzwischen seit über 25 Jahren gibt und es jungen, interessierten Menschen ermöglicht, sich aktiv für den Umwelt- und Naturschutz zu engagieren. Von Bauernhöfen, Umweltorganisationen, Waldkindergärten und Schulen bis hin zu Umweltämtern, wissenschaftlichen Einrichtungen, zoologischen und botanischen Gärten und vielem mehr sind die Einsatzgebiete im FÖJ sehr vielfältig.


Infos zum FÖJ in Baden-Württemberg gibt es unter: https://bw.foej.net/ und auf Facebook: https://de-de.facebook.com/foej.bw/










30. April 2017



Wetter || Neuauflage des internationalen Wolkenatlas

Nach über 30 Jahren hat die World Meteorological Organisation (WMO) eine aktualisierte und erweiterte Variante des internationalen Wolkenatlas veröffentlich. Dieser Atlas gilt, was Wolkenarten und Wetterphänomene als wichtige Referenz für Meteorologen weltweit und ist nun erstmals komplett im Internet verfügbar. Es finden sich dort nicht nur Unmengen an Daten und Bildern, sondern auch einige von der WMO neu eingeführte Wolkentypen.



Dieses bedeutungsvolle Referenzwerk, das zuvor 1987 als letzte Neuauflage erschien, ist seit März 2017 hier im Internet verfügbar.





26. April 2017



Klimawandel || Arktisschmelze wird schlimmer als bisher erwartet

Einer aktuellen Studie mit dem Titel "Snow, Water, Ice and Permafrost" (SWIPA) zufolge, ist ab 2030 in den Sommermonaten mit einer eisfreien Arktis zur rechnen. Bis 2100 könnten sogar die meisten Gletscher vollständig verschwunden sein. Dies hätte einen Meeresspiegel-Anstieg von mindestens 19 bis 25 cm zur Folge.

Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie hier als PDF-Datei (auf englisch).





24. April 2017



Energie || Deutschland verfehlt Erneuerbare Energien-Ziel 2020

Aktuellen Informationen zufolge wird Deutschland die Erneuerbare Energien-Ziele für 2020 nicht erreichen. Einer aktuellen Prognose nach werden in Deutschland bei jetzigem Ausbautempo 2020 erneuerbare Energien einen Anteil von 16,7% am Endenergieverbrauch haben. Das verbindliche EU-Ziel allerdings liegt bei 18 %. Deutschland, einst Vorreiter in Sachen Energiewende, rutscht auch im internationalen Vergleich immer weiter ab. Die Bundesregierung muss "ihre Energiepolitik dringend an die verpflichtenden Ziele beim Ausbau Erneuerbarer Energien und beim Klimaschutz anpassen".



Artikel: Sonnenseite: "Deutschland verfehlt Erneuerbare Energien-Ziel 2020".





23. April 2017



Klima || CO₂-Gehalt übersteigt 410 ppm

Nachdem das UBA (Umweltbundesamt) 2015 neue, besorgniserregende CO2-Rekord-Jahresmittelwerte von über 400ppm (parts per million) am Schauinsland messen konnte, zeigen aktuelle Messungen der Messstation Mauna Loa auf Hawaii erstmals Werte von über 410ppm.




Einen Artikel von Klimaretter.info zu diesem Thema finden Sie hier.













Über mich und diesen Blog:


Mein Name ist Leon Sander. Ich habe 2016 mein Abitur am Gymnasium in Kenzingen gemacht. Bis zum 31. August 2017 habe ich ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (kurz FÖJ) beim BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein gemacht. Zusätzlich zu meiner Tätigkeit beim BUND RV engagierte ich mich als FÖJ-Sprecher in Baden-Württemberg. Ziel der FÖJ-Sprecher ist es, das FÖJ durch verschiedene Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit bekannter zu machen und weiterzuentwickeln. Schon seit meiner frühen Kindheit interessieren und faszinieren mich naturwissenschaftliche Themen, insbesondere Wetter und Klima. Im Anschluss an mein FÖJ, ab Oktober 2017 studiere ich daher Umweltnaturwissenschaften mit Nebenfach Meteorologie und Klimatologie in Freiburg. Im Rahmen des FÖJ sollte jeder Freiwilligendienstleistende ein kleines Projekt entwickeln. Dieser Blog wurde mein FÖJ-Projekt. Auch wenn mein FÖJ jetzt beendet ist, werde ich diesen Blog eine Zeit lang weiterführen.
Auf dieser Seite entsteht nach und nach eine Sammlung von Zitaten, Quellen, Links, Informationen und wissenschaftlichen Studien aus den Bereichen Wetter, Klima, Klimawandel, erneuerbare Energien, die ich persönlich für erwähnswert, interessant und fachlich fundiert halte.
Leon Sander (FÖJ´ler 2016/17)












Richtig wichtig! Ihnen gefällt diese Seite? Legen Sie doch einen Link:
<a href="http://www.bund-rvso.de/wetter-klima-klimawandel-energie-blog.html">Wetter, Klima, Klimawandel, erneuerbare Energien - Blog</a>

Weitersagen
Twitter Facebook

Dieser Artikel wurde 1203 mal gelesen und am 5.9.2017 zuletzt geändert.