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Zalando Lahr Kritik: Jubel, Trubel, Arbeitsplätze???

22.10.2015

Zalando Lahr Kritik: Jubel, Trubel, Arbeitsplätze???



Der Versandhändler Zalando baut in Lahr ein neues Logistik-Zentrum und die Freude in der Ortenau ist verständlicherweise groß, denn es sollen bis zu 1000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Wichtige Fragen, die aus der jubelnden Lokalpolitik nicht kommen, müssen dann zumindest von einem Naturschutzverband wie dem BUND gestellt werden:
  • Wie viele Arbeitsplätze im bundesweiten Einzelhandel zerstört ein Arbeitsplatz bei Zalando?
  • Welche unglaubliche Anzahl von Transporten, zusätzlichem Verkehr und klima- und menschenschädlichen Abgasen bringt der explodierende Versandhandel?
  • Was haben die kleinen und großen örtlichen Geschäfte, die unsere Innenstädte lebens- und liebenswert machen, den Online-Giganten Amazon, Zalando und Co. entgegenzusetzen?
  • Wo sind die Grenzen des Flächenverbrauchs und der anschwellenden, zunehmend unerträglichen Verkehrslawine in und um Lahr?

    „Bis 2023 werden die Klein- und Mittelzentren in Deutschland rund 31 Prozent ihres heutigen Flächenumsatzes verlieren. Milliardenbeträge fließen weg von klassischen Buchläden und Boutiquen, Bettenhändlern und Baumärkten hin zu den Netzgiganten“, schrieb die „Wirtschaftswoche“. „Die Welt“ schrieb am 14.4.15.: „Im deutschen Einzelhandel wackeln 30.000 Jobs.“ Der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, geht von einem anhaltenden Ladensterben im klassischen Handel aus. "Wir rechnen damit, dass in den kommenden fünf Jahren bis zu 50 000 Läden vom Markt verschwinden werden", sagte er der "Wirtschaftswoche".

    Da gibt es den „Arbeitsplatz-Gewinner“, die Stadt Lahr, über den viel berichtet wird. Und da gibt es neben dem Licht den Schatten. Niedriglohnarbeitsplätze, enorme Arbeitsplatzverluste im Einzelhandel, zunehmend trostlose, verödende Innenstädte, mehr Verkehr, Staus, Abgase, Klimawandel und den Wunsch nach immer neuen Straßen. Zalando ist „auf der Höhe der Zeit“ und bedient perfekt unsere „schneller kaufen – schneller wegwerfen“ Mentalität, die in einer Welt mit unendlich viel Armut und begrenzten Ressourcen zutiefst zerstörerisch ist.

    Wir werden den Wahnsinn kurzfristig nicht stoppen: Die Menschen ärgern sich, wenn die Fußgängerzone verödet – und bestellen trotzdem im Netz. Die Politik beklagte bei der Weltklimakonferenz in Paris den, auch durch zunehmende Transporte ausgelösten, Klimawandel - aber für Zalando in Lahr wird der rote Teppich ausgerollt.

    Doch wenn alle nur die 1000 neuen Arbeitsplätze bejubeln, muss ein Umwelt-und Naturschutzverband auch die Schattenseiten aufzeigen. Das ist eben der „Fortschritt“ werden viele sagen, doch nachhaltiger, zukunftsfähiger, menschlicher Fortschritt ist dies nicht.

    Axel Mayer, Geschäftsführer


    Nachtrag:
    Innenstädte drohen zu veröden
    Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnt vor einer Verödung der Innenstädte. Durch den Boom des Onlinehandels seien bis zu 50 000 Läden in den städtischen Zentren in Gefahr, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Gerd Landsberg, den Ruhr Nachrichten. "Leere Schaufenster in unseren Innenstädten führen zu einer Abwärtsspirale, die Zentren verlieren an Attraktivität", erklärte er. Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) und das Kölner Handelsforschungsinstitut IFH schlagen Alarm. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagte: "Vor allem kleine und mittelständische Händler geraten immer mehr unter Druck. Bis 2020 könnten in der Folge des Strukturwandels bis zu 50 000 Standorte vom Markt verschwinden."
    Quelle: www.badische-zeitung.de




    Zalando Lahr: Wachstum wohin?




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