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Dioxin-Eier Kehl: Früher die Milch, heute die Eier

12.01.2005
In diesem Zusammenhang erinnern wir uns an die vielen Probleme in Sachen Luftreinhaltung im Raum Kehl, insbesondere an die großen und teilweise problematischen Verbrennungsanlagen im Großraum Kehl / Straßburg.

Besonders die Untersuchung der Chemischen Landesuntersuchungsanstalt vom 31.12.1996 zu Dioxinen in Milchproben aus Baden-Württemberg (siehe unten) zeigt die besondere Situation des Kehler Raums mit großer Deutlichkeit. Kühe fressen genau wie Hühner von belasteten Böden und zeigen so aktuelle Belastungen. Hier muss nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer dringend geklärt werden ob zwischen dem Dioxin in der Kuhmilch 1996 und dem Dioxin in den Eiern 2004 ein Zusammenhang besteht.

Aus diesem Grund haben wir Herrn Landrat Brodbeck, Herrn Dr. Roland Renner von der CVUA und die französische DRIRE angeschrieben und um die Beantwortung der folgenden Fragen gebeten:

1) Gibt es über die zwei oben genannten Studien (Eier/Milch) hinaus weitere Erkentnisse und Studien, die auf eine besondere Dioxinbelastung im Raum Straßburg / Kehl hinweisen? Wenn ja, bitten wir um Zusendung.

2) Gibt es Erkenntnisse zur Situation der Böden im Raum Straßburg?

3) Wurde die Studie zu Dioxinen in Milchproben nach 1986 fortgesetzt und, wenn ja, mit welchen Ergebnissen?

4) Gibt es messbare Hinweise auf eine signifikante Ab- oder Zunahme der Dioxinbelastung in Luft und Boden in dieser Region?

5) Aus welchen badischen und / oder elsässischen Quellen stammten und stammen die Belastungen von Grund und Boden nach behördlicher Ansicht?

Wir erkennen die vielfältigen Fortschritte der letzten Jahre in Sachen Luftreinhaltung an, die nicht zuletzt auf Protest und Aktivitäten von BUND und Bürgerinitiativen zurückzuführen sind. Die Gefahr, die von Dioxinen ausgeht, erlaubt aber kein Nachlassen des öffentlichen Drucks, insbesondere an Brennpunkten wie im Bereich Kehl / Straßburg.


Zum Thema Käfiglobby, Käfighühner, Freilandhühner und Dioxinskandal finden Sie in der TAZ einen wichtigen Beitrag:
http://www.taz.de/pt/2005/01/18/a0168.nf/text.ges,1

Pressestelle BUND Landesverband Baden-Wuerttemberg

Presse-Mitteilung Dioxin in Eiern aus Käfighaltung

20. Januar 2005


Eier aus Käfighaltung ebenso stark mit Dioxin belastet wie Eier aus Freilandhaltung.
BUND empfiehlt Eier aus Bio-Betrieben

Stuttgart. Nicht nur Eier aus Freilandhaltungen sind mit Dioxin belastet, auch Eier aus Käfighaltungen überschreiten mindestens ebenso häufig die amtliche Höchstmenge. Darauf weist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, hin. Dieses Ergebnis geht aus den Messungen der Jahre 1999 bis 2003 hervor, die die Bundesländer an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gemeldet haben.

Bei 93 Ei-Proben aus Freilandhaltung wurde in acht Fällen eine Überschreitung der EU-Höchstmenge von 3 Nanogramm Dioxin pro kg Fett festgestellt. Bei 66 Proben aus Käfighaltungen lagen sechs Proben über dem Grenzwert. In Prozent umgerechnet ergibt das bei Freilandeiern 8,6 % Grenzwertüberschreitungen, bei Käfigeiern jedoch sogar 9,1 %. Besser haben die Bio-Eier abgeschnitten, die in den vergangenen Tagen häufig in einem Atemzug mit Freiland-Eiern genannt wurden: Bei 26 Proben wurde überhaupt keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt. Lediglich in einem Fall wurde der Warnwert von 2 ng/kg überschritten. "Wer die Messergebnisse vorurteilsfrei prüft, erkennt schnell: Nicht nur der Tierschutzaspekt spricht für Freilandhaltung. Die Eier aus dieser Haltungsform sind nicht stärker mit Schadstoffen belastet als Käfig-Eier", betonte BUND-Landesgeschäftsführer Michael Spielmann. "Vor allem aber gilt: mit Eiern aus Bio-Betrieben ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite."

Dass Eier aus Käfighaltung ebenso belastet sind wie Eier aus Freilandhaltung deutet nach Auffassung des BUND darauf hin, dass die Hühner das Dioxin nicht nur über den Boden aufgenommen haben können. Hühner in Käfighaltungen müssen das Dioxin auch über das Futter aufgenommen haben. Aufgabe der Behörden und der Tierhalter sei es nun, die Belastungspfade aufzudecken und auszuschalten. Der Umweltverband fordert deshalb die Landesregierung auf, die Standorte der Betriebe bekannt zu geben, aus denen die belasteten Eier stammen. "Dass der Raum Kehl durch die Straßburger Müllverbrennung mit Dioxinen belastet ist, ist seit langem bekannt" erläutert Spielmann. "Es wäre interessant zu erfahren, ob die anderen belasteten Ei-Proben ebenfalls aus dem Umfeld von Müllverbrennungsanlagen und ähnlichen Dioxinquellen stammen."

Die Pressemitteilung enthält Zeichen 2255 (mit Leerzeichen)

In der Anlage erhalten Sie die Messergebnisse des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Für Rückfragen:
Gottfried May-Stürmer,
BUND-Landwirtschaftsreferent
Tel.: 0 71 31/77 20 58
Fax:0 71 31/77 20 59
bund.frankenbund.net


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Dieser Artikel wurde 3927 mal gelesen und am 18.1.2007 zuletzt geändert.